Hornischer: Männer sind anders, Frauen auch
=>connection special 69  S.55
 

Wie Männer und Frauen eine glückliche Beziehung führen können, verriet John Gray in einem zweitägigen Seminar in Augsburg. Der Motivationstrainer Jörg Löhr holte den amerikanischen Erfolgsautor zum ersten Mal nach Deutschland. Das Publikum, überwiegend Paare, war begeistert von Grays Ausführungen. Ein wichtiges Fazit der Veranstaltung:
»Männer, lasst Eure Frauen reden, wenn sie ein Problem haben, auch wenn es Euch noch so klein erscheint.« Denn bei der Frau fließt bei Aufregung achtmal so viel Blut ins Gehirn wie beim Mann. Um diese Überreaktion abbauen zu können, muss die Frau Serotonin produzieren, und das gelingt am besten durch Kommunikation. » Wenn eine Frau zu wenig Serotonin im Gehirn hat, kann der Mann nie recht haben«, lacht John Gray. »Das müssen Männer einfach wissen«. Sonst sind Missverständnisse vorprogrammiert.
 

Lasst sie reden!


John Gray nimmt Verhaltensweisen der Männer unter die Lupe und erklärt, wie sie auf Frauen wirken. Wenn ein Mann beispielsweise nicht zuhört, sich leicht ablenken lässt und keine interessierten und bezugnehmenden Fragen stellt, denkt die Frau, er liebe sie nicht mehr.  Oder noch schlimmer: Er nimmt ihre Gefühle wörtlich und verbessert sie. Er glaubt, sie bittet um Ratschläge und bietet ihr deshalb Lösungen an. Wieder fühlt sich die Frau ungeliebt, weil er sie einfach nicht versteht. Denn eine Frau sucht, wenn sie ihr Leid klagt, keine Lösungen oder Ratschläge. Sie will Verständnis und Trost. Also:
»Lasst sie reden und nehmt sie dann in den Arm«, fordert der Paartherapeut, der selbst seit über dreißig Jahren mit seiner Frau Bonnie eine glückliche Ehe führt - wie wäre es auch anders möglich! Gerne gibt er Tips, die Männer berücksichtigen können, um glückliche Frauen zu haben:

Frauen brauchen laut John Gray Fürsorge, Verständnis, Respekt, Hingabe, Bestätigung und Beruhigung. Dann, verspricht er, sei alles ganz einfach.
 

Die Helden


Doch auch die Frauen sind gefordert: »Gebt Euren Männern öfter mal das Gefühl, dass sie eure Helden sind und belohnt sie, gerne auch mal mit Sex.« Also doch kein Ammenmärchen, dass frau das »starke Geschlecht« mit körperlichen Aktivitäten um den Finger wickeln kann? »Auch mit Sex«, schränkt Gray ein. Bei Männern sei das Hormon Dopamin verantwortlich für ihre jeweiligen Stimmungen. »Genau wie bei Frauen der Serotonin-Level, ist bei Männern der Dopamin-Level verantwortlich für die Launen«, referiert der Fünfzigjährige. Dopamin bei Männern sei verantwortlich für Motivation, für Problemlösungen und für Aktion. Wenn zu wenig im Blut sei, werde der Mann müde, gelangweilt und energielos. Aber es könne Abhilfe geschaffen werden: durch Freude, Aufregung und Sex. Auch hier mahnt der Paartherapeut zu mehr Verständnis:

Das Leben ist einfach


Und folgenden wichtigen Tipp gibt uns John Gray auf den Weg: » Wenn sich eine Frau den Lösungen eines Mannes widersetzt, fühlt er seine Kompetenz in Frage gestellt. Infolgedessen empfindet er Misstrauen und Geringschätzung und hört auf, sich um sie zu kümmern. Seine Bereitwilligkeit zuzuhören lässt verständlicherweise nach. Wenn ein Mann aber berücksichtigt, dass Frauen von der Venus sind, kann ein Mann verstehen, warum sie sich in solchen Situationen widersetzt. Er kann darüber nachdenken und sich bewusst werden, wie er wahrscheinlich Lösungen angeboten hat, zu einem Zeitpunkt, als sie Einfühlungsvermögen und Nestwärme brauchte.« Auch konkrete Hilfestellungen für die Frauen, wie man denn einen Mann in der Höhle unterstützen kann, hat der Therapeut parat:

Übrigens die größte Belohnung für den Mann, laut Dr. Gray, ist immer noch eine glückliche Frau. Das Leben kann so ein
fach sein...