Aus dem => Buch Flavio - Ich komme aus der Sonne mit vielen Original-Bildern und -Zeichnungen von Flavios Vorstellungen
Herausgegeben von Ama Hilde Brostrom

Ich komm aus der Sonne

by Flavio Cobabianco, 1991

Wie das Buch entstanden ist
Als ich acht Jahre alt war, lernte ich Ama kennen, und wir führ-
ten viele Gespräche miteinander. Sie fand die Aufzeichnungen,
die meine Mutter gemacht hatte, als ich noch klein war, sehr auf-
schlußreich; auch meine Zeichnungen, meine "Büchlein" und
meine Erstniederschriften gefielen ihr.
Sie bot uns an, aus all dem ein Buch zusammenzustellen.
Felicitas half uns, das ganze Material in ihrem Computer zu
speichern. Wir trafen uns öfters, um Verbesserungen anzubrin-
gen, und ich diktierte ihr einige Erklärungen zu gewissen Zeich-
nungen.
Ama ordnete die verschiedenen Kapitel und schlug vor,
meine Eltern sollten etwas über ihre Erfahrungen mit uns zu
Papier bringen. Marcos war damit einverstanden, daß wir auch
die Notizen aufnahmen, die unsere Mutter über ihn angefertigt
hatte und steuerte einige Kommentare und eine Erzählung bei.
Als wir schließlich den ganzen Text durchgingen, beschloß
ich, die Sprache so zu belassen, wie ich sie als kleines Kind
gebrauchte. Vor allem sollten die Worte erhalten bleiben, die ich
erfand, um Begriffe auszudrücken, die in keiner Sprache existie-
ren, wie z.B.: "Traduzidor", "Almin" oder "Alman".
Dann schrieb ich für dieses Buch das Vorwort und erweiterte
die Kommentare zu den früheren Zeichnungen. Deshalb gibt es
mehrere Darstellungen der Struktur des Universums: Die erste
fertigte ich handschriftlich mit sieben Jahren an, mit acht fügte
ich eine Erweiterung hinzu, und mit neun Jahren schrieb ich die
Erklärungen auf dem großen Faltblatt.
Anfang dieses Jahres schenkte man mir einen Computer, und
ich lernte, mit dem Texter umzugehen. Das macht mir viel Spaß,
und so konnte ich ganz alleine die letzten Kapitel dieses Buches
schreiben.
Ich drücke mich gern schriftlich aus; ein Buch hat Leben, hat
meine Energie. Wenn man die Seiten aufschlägt, schenkt das
Buch seinen Inhalt der ganzen Welt.
Flavio, 10 Jahre
Dieses Bild zeichnete ich mit fünf Jahren
und sagte folgendes dazu:
Jetzt beginne ich, mein Ich zu entwickeln.
Die Sonne stellt Gott und meine Seele dar;
Das Haus bedeutet die Erde und mein Ich.
Mit acht Jahren fügte ich hinzu: Als ich sagte: "Ich komme von der
Sonne", war ich noch klein und kannte mich mit den Worten nicht
gut aus. Es handelt sich natürlich nicht um die physische Sonne,
sondern um die geistige. Ehe ich zur Erde kam, weilte ich in jener
Lichtquelle, um zur physischen Ebene gelangen zu können.
Ich bin nicht der einzige, der von der Sonne kommt. Alle Kin-
der, die jetzt geboren werden, stammen von dort und auch alle
Erwachsenen, die im Wandel begriffen sind und ihre Verbindung
zum Licht wieder hergestellt haben.
Vorwort
Jetzt werden neue Kinder geboren. Es sind andere Menschen, wenn
sie auch äußerlich gleich sind. Ich bin nur einer von ihnen, einer
der ersten. Die Menschheit ändert sich. Die Verbindung zum Geisti-
gen ist viel offener. Heutzutage können alle Kinder in Kontakt mit
ihrem Kern bleiben. Kleine Kinder weinen, weil es sehr schwierig
ist, auf diesem Planeten zu sein. Ein Baby versucht, sich telepa-
thisch verständlich zu machen, aber das klappt meist nicht, weil
hier alles so dicht ist. Ein Kind sieht alles, das Gute und das Böse,
das Falsche und das Echte. Auf anderen Planeten sieht man das,
was man sehen will. Wenn ich sage "sehen", meine ich das im über-
tragenen Sinne; denn es gibt dort keine physischen Augen: Man
lenkt einfach seine Aufmerksamkeit dahin, wo man interessiert ist,
und wenn man will, nimmt man sie wieder weg. Das Neugeborene
hat Angst, es ist eingesperrt in die Wirklichkeit des Körpers. Es ver-
mißt die essentielle Einheit, die dort ist, wo es herkommt, und daher
schließt es sich schnell an die Personen an, die es umsorgen. Es
überträgt die Rolle des höchsten Wesens auf die Eltern. Wenn die
Eltern nur an das Materielle glauben, ziehen sie das Kind immer
mehr in die physische Existenz. Während sie ihm das Sprechen bei-
bringen, schränken sie seine Gedanken ein. Wenn die Kinder größer
werden, verlieren sie nach und nach die Verbindung zu ihrem
Ursprung.
Um den Kindern helfen zu können, muß man den Erwachsenen
helfen. Wenn die Eltern offen sind, werden sie die Kinder versor-
gen, ohne ihnen ihre eigenen Ideen aufzupfropfen, ihre eigene Welt-
anschauung. Das Wichtigste ist, ihnen einen Freiraum zu lassen,
ihnen Zeit zu geben, sie denken und reden zu lassen. Es ist wichtig,
mit ihnen von Gott zu sprechen, vom Geistigen, aber ohne darauf
zu pochen, daß man im Besitz der Wahrheit ist. Das menschliche
Gehirn ist wie ein Computer, aber ein Computer hat ein begrenztes
Erinnerungsvermögen, genau wie das physische Gehirn. Der Geist
hingegen ist der Spiegel des göttlichen Geistes, der unbegrenzt ist.
Die Menschen lernen die Dinge von einem einzigen Standpunkt
aus, dem des täglichen Lebens; diese Vorstellung läßt sie die physi-
sche Welt erfahren und macht das Leben in einer Gesellschaft mög-
lich. Diese Art der Wirklichkeit üben die Kinder in ihren Spielen
ein. Wenn sie aber offenbleiben, haben sie auch noch andere Stand-
punkte. Man kann beispielsweise so "sehen", als ob man außerhalb
der Erde wäre, oder noch besser, außerhalb des sichtbaren Teils des
Universums. Ein zentraler Standpunkt läßt uns aus dem Kern her-
aus "sehen", aus der wirkenden Kraft Gottes. Habe ich meinen
Standpunkt verinnerlicht, vermag ich aus dem innersten Kern des
eigenen Wesens den Kern der anderen Menschen "sehen"!
Den Kindern erlaubt man lediglich, den Standpunkt des tägli-
chen Lebens einzuüben. Dadurch schränken sie den Gebrauch ihrer
Mentalwellen ein und lernen es, sich im Physischen zu verankern,
das ist so, als nützte man die Möglichkeiten eines Computers nur
zu einem Bruchteil aus. Wenn Kinder erst einmal programmiert
sind, haben sie große Schwierigkeiten, sich wieder zu öffnen;
zumindest gibt es Probleme. Man muß viel Geduld aufbringen,
wenn man die geistige Verbindung wieder öffnen möchte. Die mei-
sten Menschen bringen ihr ganzes Leben zu, ohne sich auf das
Ganze zu besinnen. Verbindung zum Höheren haben sie nur als
Kinder, und manchmal erlangen sie sie wieder vor dem Sterben. Sie
suchen das äußere Glück, weil die das innere verloren haben. Sie
leiden unter ihren vielen Wünschen und auch deshalb, weil sie zu
sehr an anderen Menschen hängen. Ein Kind der NEUEN Zeit
weiß, daß es Teil der Ganzheit ist. Wenn man ihm die Vorstellung:
"Dies oder jenes gehört mir!" einpflanzt, wird es verwirrt und
glaubt am Ende, daß ihm alles gehört. Man muß ihm erlauben, mit
anderen zu teilen. Für die Ganzheit gibt es nur ein einziges ICH,
wenn auch das individuelle ICH von unbegrenzter Vielfalt ist.
Flavio, 8 Jahre
Der Engel des Vergessens
Papa: Es gibt eine alte Legende, die sagt, daß alle Kinder vor
ihrer Verkörperung mit den göttlichen Wahrheiten in Verbin-
dung stehen. Aber im Augenblick der Geburt küßt sie ein
Engel auf die Lippen und versiegelt sie hierdurch. Er heißt
Engel des Vergessens. Deshalb müssen die Menschen alles
lernen, sie erinnern sich an nichts.
Flavio: Ja, das stimmt. Aber ich war auf der Hut, und als der
Engel kam, bog ich den Kopf zur Seite, und er berührte mich
nur ein ganz klein wenig. Deshalb erinnere ich mich. Es ist
traurig, wenn man alles vergißt.
Jetzt kommen immer mehr Kinder, die die Erinnerung an
Gott mitbringen. Aber das Schwierigste ist nicht, sich zu
erinnern, sondern es in Worte zu kleiden.
Flavio, 5 Jahre
Erinnerungen
Ich erinnere mich besser an die Zeit vor meiner Geburt als an die
ersten drei Jahre meines Lebens. Mein vorgeburtliches Leben
überschaue ich aus allen Blickwinkeln. Meine Sicht hat keine
Grenzen, da ich nicht mit physischen Augen sehe. Auf diesem
Planeten, der so dicht ist, bin ich zum erstenmal. Ich war schon
vorbereitet, auf anderen Planeten, wo ich das Körperliche üben
konnte. Das war so, wie wenn man in der Luft ohne Bleistift
Schreiben lernt. Aber das hier ist doch ganz anders, sehr eigenar-
tig; ich habe einen physischen Körper. Die wenigen Grundregeln,
die ich mitbringe, um hier existieren zu können, lauten: Ja und
Nein, Zeit und Raum. Dies hier ist eine Welt der Gegensätze.
Ich erinnere mich an hunderte von leuchtenden Kugeln; alles
Lebendige ist eine leuchtende Kugel. Einige von ihnen können
mir behilflich sein, mich auf diesem schwierigen Planeten
zurechtzufinden. Ich sehe zwei Mütter, die für mich in Frage
kämen, eine mit einem starken Ego, die andere von feinerer Art,
also genau richtig. Diese zweite ist mit einer Kugel verbunden,
die sehr hell leuchtet. Jetzt weiß ich, daß es die Farben grün und
violett waren. Sie ziehen mich an, weil sie durch Liebe verbun-
den sind. Sie werden meine Eltern sein. Ich weiß, daß ich gehen
muß und fühle mich mehr und mehr zu ihnen hingezogen. Dann
kommt ein leuchtender Tunnel, rundum ist es finster. Als ich
eintrete, fühle ich mich sehr beengt, sehr eingesperrt.
Meine Geburt in diese Welt gleicht dem Tod der Menschen:
Man begibt sich auf eine schwierige, unbekannte Ebene.
Der physische Werdegang meines Lebens beginnt damit, daß
ich in meine Mutter eindringe. Ich suche ihren Geist auf, weil er
der feinstofflichste Teil ist, den ich finden kann; von dort leite ich
die Entwicklung meines Körpers ein.
Nach der Geburt bleibe ich geistig mit meiner Mutter ver-
bunden, obwohl sich mein Körper schon von ihr getrennt hat. Ich
glaube, daß ich mich aus diesem Grunde an nichts Persönliches
mehr erinnere bis zu meinem dritten Lebensjahr. Meine Mutter
erzählte mir später, daß sie die Welt in jener Zeit ganz eigenartig
empfunden habe. Wahrscheinlich deshalb, weil ich versuchte, die
Welt durch ihren Geist zu verstehen.
Eines Abends gingen meine Eltern ins Kino, um sich den
Film "The Wall" anzusehen. Ich sah diesen Film ebenfalls! Da
gab es Szenen mit schrecklichen Trickzeichnungen und eine sehr
traurige Geschichte von einem Jungen, der keinen Vater hatte.
Da wurde mir bewußt, daß ich zu sehr an meiner Mutter hing,
und ich erkannte, daß der Augenblick gekommen war, in die
Welt hinauszugehen. Mein Bruder war damals sechs Jahre alt;
ich konnte mich an ihn wenden, er würde mir helfen. Marcos ist
eine feine Seele, schon sehr alt auf diesem Planeten. Er hat mar-
sische Energie und kam hierher, um mit der Farbe Rot umzuge-
hen. Wir beide sind ein Seelengespann; Marcos wurde vor mir
geboren, um mir mit seiner Kraft den Weg zu ebnen.
An diesen Film knüpft sich meine erste eigene Erinnerung.
Ich weiß, daß ich zum Bett meiner Mutter lief und sie heftig
umschlang. Mein Kopf tat weh; die Trickzeichnungen und die
Filmmusik geisterten in ihm herum. Ich summte einige Melodien
und erzählte meinen Eltern dann, was ich am Abend zuvor gese-
hen hatte. Sie waren äußerst erstaunt; sie konnten es sich nicht
erklären, und ich konnte es ihnen nicht begreiflich machen. Ich
war noch sehr klein und hatte mehr Bilder und Töne im Kopf als
Worte. Marcos erklärte ihnen, ich sei während des Schlafes aus mei-
nem Körper ausgetreten, um mit ihnen ins Kino zu gehen. Dann
schimpfte er mit mir und sagte, ich solle so etwas nie wieder tun.
Als ich zu Verstand gekommen war, wurde mein Leben hier
sehr schwierig. Mein Körper machte mir großen Kummer und vor
allem das Essen. Das Essen ermöglicht einem auf sehr indirekte
Weise, die nötige Kraft zu schöpfen; ich konnte mich nicht daran
gewöhnen. Tagsüber war ich müde, nachts besuchte ich andere
Planeten. Während des Schlafes betätigte ich mich als "Berichter-
statter". Ich teilte den Wesen anderer Welten telepathisch mit,es auf der Erde zugeht. Alle fanden es höchst eigenartig.
Ich wußte, daß ich hierbleiben mußte, aber es war recht
schwer für mich, und ich fühlte mich sehr einsam. Mein Bruder
wurde auch älter und begann, verschlossener zu werden.
Als ich fünf Jahre alt war, lernte ich eine Dame aus Brasilien
kennen, deren Anliegen es ist, spirituelle Dinge zu lehren. Das
war ein wichtiges Treffen für mich, da sie denselben Auftrag
hatte wie ich. Sie erzählte mir von ihrer Kindheit und wie
schwer es ihr gefallen sei, in ihrem Körper zu bleiben und mein-
te, daß ich mich entscheiden müsse. Sie erklärte, mein Körper
sei das Instrument, mit dem ich meine Aufgabe auf der Erde
erfüllen könnte. Ich solle lernen, mit ihm zurechtzukommen und
ihn mit der Energie der Physischen Ebene zu nähren. Das alles
wußte ich schon aus mir selbst, aber es tat mir gut, dasselbe von
ihr zu hören.
Später lernte ich noch andere Personen kennen, die wie ich
gekommen sind, um eine bestimmte Arbeit zu verrichten. Wir
haben den Auftrag, einen Wandel einzuleiten. Die Erde hat
begonnen, weniger physisch zu sein, sie ist spiritueller geworden.
Einige Leute meinen, auch ich werde mit zunehmendem Alter
weniger offen für das Geistige sein, aber das glaube ich nicht. Ich
weiß, daß ich nichts von dem vergessen kann, was in meinem
innersten Wesen ist.
Flavio, 9 Jahre
Das bin ich: Große Augen und sehr große Füße, die mich fest auf
der Erde halten.
Flavio, 4 Jahre
Die Stadt
Flavio, 6 Jahre
Ich stelle Dir meine Familie vor
Hier spricht mein Papa
Da die Geburt meines Sohnes Marcos für mich bereits ein tiefes Erlebnis
war, glaubte ich bei Flavios Ankunft auf nichts Neues mehr gefaßt sein zu müssen; ich würde eben zum zweiten Male Vater werden! Doch wenige Monate nach Flavios Geburt machte sich in Marcos eine klare und persönliche Verbindung zum Geistigen bemerkbar. Obwohl ich von Hause aus
Katholik bin, war mir die Ausübung frommer Praktiken bis zu diesem
Zeitpunkt ganz fremd. Ich war ein Intellektueller, geprägt von den wissenschaftlichen Traditionen des Westens, religiös, ein purer Agnostiker.
Als mein älterer Sohn anfing, von Dingen zu sprechen, die er ganz
einfach wußte, erhielt mein intellektuelles und emotionales Selbstbe-
wußtsein einen starken Stoß. Ich konnte ganz klar sehen, daß die Auf-
fassungen, die er in seiner kindlichen Sprache von sich gab, die Visio-
nen einer exzentrischen und übernatürlichen Wirklichkeit waren. Ich
hörte ihm zu und versuchte, mich nicht einzumischen, ich nahm hin,
ohne zu kritisieren, ich fragte, ohne auf Antworten zu bestehen. Wir
sprachen frei und spontan miteinander. Manchmal kam ich dahinter,
daß Marcos ganze Gedankenketten oder Bildfolgen von mir auffing;
ähnliches gelang ihm mit seiner Mutter. Diese telepathische Begabung
scheint mir jedoch nicht das Wichtigste zu sein. Marcos entwickelt
ganz eigene Ideen, die er mit großer innerer Überzeugung ausspricht
und verteidigt. Außerdem scheint seine Verbindung zu den feinstoff-
lichen Ebenen sehr intensiv zu sein. Er spricht mit größter Selbstver-
ständlichkeit von seinen "nächtlichen Reisen" während des Schlafes
und von seiner Verbindung zu Engelwesen, die dem physischen Auge
nicht sichtbar sind. All dies zwang mich zu einer gründlichen Überprü-
fung meiner eigenen Vorstellungen. Besorgnisse über den Geisteszu-
stand des Jungen vergingen so schnell, wie sie gekommen waren; Mar-
cos war ein zwar schüchternes, aber sehr fröhliches und anpassungs-
fähiges Kind. Während Marcos uns also sehr beschäftigt hielt, wuchs
Flavio ruhig und friedlich heran.
Mit drei Jahren begann Flavio "zu sprechen". Beide Kinder hatten
grundsätzlich dieselben Auffassungen. Wir waren aufmerksame Zuhö-
rer, wenn Marcos Flavio über die Spielregeln und die Besonderheiten
dieser Welt aufklärte. Flavio bewunderte und respektierte seinen Bru-
der, aber schon sehr bald führten sie lebhafte Gespräche über die klei-
nen Unterschiede ihrer "metaphysischen" Gedankengänge.
Beide waren sich absolut einig in ihrer Überzeugung, Teil eines
großen Ganzen zu sein. "Gott ist das Ganze, und alles, was existiert,
sind Teile Gottes", sagten sie.
Als sie älter wurden, zeigte sich, daß ihre beiden Persönlichkeiten
zwar sehr verschieden waren, einander aber gut ergänzten.
Marcos paßt sich mehr intuitiv an seine Umwelt an; in seiner wun-
derbaren Unbekümmertheit nimmt er die Dinge liebevoll so, wie sie sind.
Er sieht die Sonnenseite des Lebens und drückt das dadurch aus, daß er
gerne lacht. Marcos' Lachen strahlt Liebe aus. Er schreibt und zeichnet
gerne, erfindet viele Spiele. Er ist ebenso klug wie körperlich gewandt.
Flavio ist mehr der Theoretiker. Er kann mit allergrößter Einfach-
heit den Kern einer Wahrheit herausschälen. Es ist sehr eindrucksvoll
zu sehen, welch große Kraft er aus der Verbindung mit seiner Wahr-
heit zieht. Es fällt mir wie Schuppen von den Augen, wenn er die
Dinge so einfach sagt. Er geht immer weiter und erarbeitet immer tie-
fere und noch genauere Theorien über seine spirituellen Wahrnehmun-
gen. Flavio ist ein schüchternes und sensibles Kind von heikler
Gesundheit; er bedarf einer äußerst liebevollen Umgebung.
Mit der Zeit verstand ich, daß die beiden Kinder über einen inneren
Kern der Weisheit verfügen, der ihnen beiden eigen und gemeinsam ist,
daß sie aber verschiedenen Aufgaben nachgehen. Ohne Zweifel ist es
heute Flavio, der das Wort führt. Sein Auftrag lautet, wie er selbst sagt,
über die spirituelle Wirklichkeit aufzuklären. Er besitzt übrigens die
besondere Gabe, den richtigen Augenblick zu finden. Er weiß immer
ganz genau, wann, wo und mit wem er ohne Schnörkel reden kann;
dabei irrt er sich nie!
Es ist nicht leicht, Kinder zu erziehen und gleichzeitig von ihnen
zu lernen, aber es ist eine faszinierende Erfahrung. Meine eigenen
Auffassungen von der Wirklichkeit sind völlig auf den Kopf gestellt
worden. So wachse ich mit meinen Kindern. Trotz ihres inneren Lich-
tes brauchen sie mich, um sich auf der Ebene des handgreiflichen All-
tagslebens zurechtzufinden oder wie sie sagen: bei ihrer Erfahrung in
der "dichten Materie"! Jede der beiden Persönlichkeiten bedarf einer
anderen Einstellung, mehr oder weniger strenger, verschiedengearte-
ter Begrenzungen.
Dieses Buch ist ein getreues Zeugnis von so manchen Erlebnissen, die
wir miteinander teilten. Ich glaube, daß es von Nutzen ist, unsere Erfah-
rungen in dieser Zeit des Überganges zu neuen Formen des Menschseins
anderen mitzuteilen.
Ich bin sicher, daß es viele Kinder wie Marcos und Flavio gibt. Sie
warten nur auf die Gelegenheit, sich einer offenen Umgebung anzuver-
trauen, um auf diese Weise ihre Verbindung zum Licht zu wahren.
Omar Nestor
Hier spricht meine Mama
Ich glaube, daß meine Kinder durch mich zur Welt gelangten, weil
ich mich erinnern konnte. Jetzt weiß ich es. Alle Kinder wissen,
aber während des Heranwachsens vergessen sie das Wichtigste.
Als ich neun Jahre alt war, erfuhr ich, daß wir nach Buenos
Aires übersiedeln wollten. Wir lebten damals in einem kleinen
Dorf am Rande des Urwalds, in einer Welt von lichter Weite und
freier Natur, und nun sollte ich diesen wunderschönen Ort ver-
lassen, wo ich geboren und großgeworden war und den ich so
sehr liebte, um in einer riesengroßen Stadt aus Beton zu leben.
Ich war wütend und traurig, aber ich konnte nichts dagegen tun,
die Erwachsenen hatten es so beschlossen.
Ich kann mich an eine Mittagsstunde erinnern, die wie ver-
zaubert war. Ich spielte allein im Innenhof des Hauses, als es
geschah: Die Zeit schien stillzustehen, alles lag in stummer
Erwartung da. Ich spürte plötzlich die Hitze der Mittagszeit
nicht mehr, und der Busch hörte auf zu rauschen. Ich fühlte, daß
mich jemand ansah. Jemand stand hinter mir und beobachtete
mich, beobachtete das kleine Mädchen, das ich war. Aber gleich-
zeitig war ich es selbst als erwachsene Frau, die dieses kleine
Mädchen, das sie einmal war, liebevoll und sehnsuchtsvoll
betrachtete.
Dies war der erste flüchtige, wenn auch intensive Kontakt
mit der Ganzheit meines Lebens. Diese Frau war die Mutter
zweier Kinder und hatte einen Lebensgefährten an ihrer Seite.
Sie kam zurück an jenen Ort, in dem sie eine Brücke aus Liebe
und Verständnis baute, über die Zeit hinweg, denn sie wollte das
kleine Mädchen daran erinnern, daß dies alles ein Teil ihres
Schicksals war.
Ich spürte den Glanz des Wissens und des Seins, der Ganz-
heit und der Verbindung zu allen Teilen meiner Existenz. Als ich
schließlich wieder in meinem neunjährigen Leben landete, war
der Schmerz über das Fortgehenmüssen verschwunden. Ich fühl-
te mich erleichtert und beschützt. Ich wußte, daß es zur Ord-
nung meines Lebens gehörte, meinen Heimatort zu verlassen.
An jenem Tag gab ich mir selbst ein feierliches Versprechen: Ich
gelobte, niemals zu vergessen! Ich wollte mich immer erinnern,
nichts vergessen, und ich wollte mich erinnern, daß man sich
erinnern kann.
Jahre später lernte ich als junges Mädchen einen Mann ken-
nen. Ich erkannte ihn auf den ersten Blick als den Mann, der bei
der Frau war, die ich in Zukunft sein würde, als den Vater unse-
rer künftigen Kinder. Ich wußte es, doch er ahnte nichts! Das
war ein harter Schlag für mich. Es war also für die anderen nicht
selbstverständlich, sich an die Zukunft zu erinnern. Aber trotz-
dem beruhigte mich die Überzeugung, daß wir uns zur rechten
Zeit schon finden würden. Jeder ging seiner Wege, und es vergin-
gen mehr als fünf Jahre, bis wir uns wiedersahen. Diesmal
begannen wir eine Beziehung, oder besser gesagt, wir nahmen
sie wieder auf. Es war überraschend, wie wohl wir uns miteinan-
der fühlten, so als ob wir uns schon sehr lange kennten. Wir bau-
ten eine tiefe und verantwortungsvolle Freundschaft auf, mach-
ten uns aber keine Liebeserklärungen.
Nach langem Überlegen begannen wir zusammenzuleben.
Wir vertrauten uns gegenseitig völlig; wir wußten ganz einfach,
daß wir zusammen bleiben würden. Dieses Wissen war in uns
beiden tief verwurzelt und half uns über manche Schwierigkei-
ten hinweg. Am Anfang unseres Zusammenlebens gab es die
üblichen Rivalitäten und Eifersüchteleien, denn wir waren beide
sehr jung und jeder wollte seine Identität so gut wir möglich
wahren. Wir erlebten das archetypische Dilemma jeder Bezie-
hung: Nämlich das Gleichgewicht zwischen Freiheit und Inti-
mität zu finden. Beide wollten für sich wachsen und trotzdem
Zusammensein. So schlössen wir einen Pakt der Vereinigung in
Freiheit, der auf vollkommenem Vertrauen beruhte.
Es fiel uns nicht leicht, aber es gelang uns, eine intensive
und fließende Beziehung aufrechtzuerhalten, die mit wenigen
festen Regeln auskamen. Ein gemeinsames Erlebnis vertiefte
unsere Verbindung. Wir verbrachten im Herbst ein Wochenende
auf einer der vielen Inseln vor der Küste. Es war bitterkalt, und
wir zündeten ein Feuer im Eisenofen an. Vor dem Schlafengehen
mußten wir ihn aus dem Zimmer entfernen, denn er roch bedroh-
lich nach giftigen Gasen.
Auf einmal war ich reines Bewußtsein; eine Art Energie-
niederschlag schwebte über den Bäumen. Wieder war dieses
Gefühl der Ganzheit da, des Einsseins wie damals mit neun Jah-
ren. Unter mir sah ich meinen leblosen Körper und meinen
Mann bei dem Versuch, ihn wiederzubeleben. Ich war mit mei-
nem physischen Körper durch eine Art Nebelfaden verbunden.
Da spürte ich, wie eine Schwingung, ein Ton mein Wesen wieder
zu meinem Körper hinzog. Er rief nach mir, schrie meinen
Namen, während er mich schüttelte, aber ich wollte noch nicht
zurückkehren. Ich war frei und außerhalb der Zeit, ich wollte
mich nicht wieder in den engen Handschuh meines Körpers
zwängen! Da war sie wieder, diese blitzartige und konzentrierte
Vision meines Lebens, des Lebens, das ich noch vor mir hatte.
Ich erkannte, daß ich noch einen weiteren Teil meiner Lebenser-
fahrung zu entfalten hatte, daß es nicht in Ordnung wäre, jetzt
einfach abzubrechen. So kam ich zurück. Ich vergaß sogleich
alles, was ich erlebt hatte, aber eine klare Gewißheit blieb: Mein
Leben hat einen Sinn, und dieser greift über den Tod hinaus.
Dieses Erlebnis bewirkte eine noch engere Verbundenheit zwi-
schen uns.
Wir wuchsen weiter, hatten weniger Konflikte. Jetzt lebten
wir schon 10 Jahre zusammen und es kam die Zeit, wo wir uns
ein Kind wünschten. Unsere Verbindung war stark genug, um
Eltern sein zu wollen.
Dank meiner "Erinnerungen an die Zukunft" wußte ich schon
vor der Schwangerschaft, daß es ein Junge werden würde. Ich
fühlte überdies seine Nähe. Ich hatte eine gute Schwangerschaft
und eine normale Geburt. Marcos war ein schönes und gesundes
Kind, aber ich wußte, daß er "anders" war. Er hatte einen eigen-
artigen Blick voller Tiefgründigkeit. Ich schrieb meine Eindrücke
und Unsicherheit der Tatsache zu, daß ich zum ersten Male Mut-
ter war. Ich gewöhnte mich dann an ihn, und zwei Jahre später
fühlte ich ein anderes Kind in meiner Nähe. Wieder einen Jun-
gen. Ich hätte lieber noch gewartet, aber das neue Wesen machte
sich bereits bemerkbar.
Ich wurde wieder schwanger. Diesmal erlebte ich den Augen-
blick der Empfängnis: Eine Lichtexplosion begleitete den Augen-
blick, in dem das neue Wesen in mich eindrang. Die ganze Zeit
der Schwangerschaft war eine Zeit der Ausdehnung und der Fülle.
Doch hatte ich es schwer, mit mir selbst zurechtzukommen. Alte
Gewohnheiten veränderten sich. Ich konnte kein Fleisch mehr
essen und keinen Kaffee riechen. Ich war sehr empfindlich, was
die Ausstrahlung anderer Menschen betraf oder die Schwingung
an bestimmten Orten.
Flavios Vater und ich waren innig vereint. Wir beschlossen,
daß diese Geburt ausschließlich unsere Sache war. Und es wurde
wirklich die Erfahrung meines Lebens, die mich am tiefsten
bewegte.
Sobald die ersten Wehen auftraten, wurde ich von Wellen
starker Energie durchflutet. Ich entdeckte, wie der Schmerz sich
in Wohlgefühl verwandelte, wenn ich mich dem Strom des
Lebens anheimgab. Das Zusammenziehen der Wehen wurde zur
Erweiterung, die Angst zur Freude.
Mein Mann hielt mich fest und schenkte mir seine Kraft. Die
ganze Geburt war eine Zeremonie. Er, ich und das kommende
Kind bildeten einen Kreis. Mit dem letzten Druck, mit der letz-
ten Welle des Schmerz-Lust-Gefühls wurde ich in eine eigen-
artige Erfahrung hineingerissen. Ich erlebte, wie mein Körper
immer und immer wieder nur als vorübergehende Hülle für zahl-
los aufeinanderfolgende Geburten und Tode dient. Die Zeit ver-
ging schwindelerregend schnell, ich wurde geboren und starb
unaufhörlich. Es vermischten sich Teile von Leben mit anderen
Todesaugenblicken, mit einer anderen Form des Seins.
Und wieder wußte ich alles, verstand ich alles. Ich bin, wir
alle sind Verdichtungen des Lebensprozesses. Der Tod ist eine
Geburt, die Geburt ein Tod!
Während ich den klebrig-warmen Körper meines Söhnchens
streichelte, kehrte ich in unsere Raum-Zeit-Ordnung zurück.
Ich war wieder da und er auch. Wir sahen uns an. Ich war
über seine Augen nicht erstaunt: Er hatte denselben eigenartig
tiefgründigen Blick meines ersten Sohnes. Jetzt weiß ich es: Wir
sind von derselben Rasse, dem neuen Geschlecht.
Alba
Hier spricht mein Bruder
Seit der Geburt meines Bruders Flavio weiß ich, daß wir eine
gemeinsame Aufgabe haben. Zunächst ging es darum, ihm die
Gesetze dieser Welt zu erklären. Er fragte ganz seltsame Dinge, wie
z.B.: Warum können die Irdischen nicht fliegen?, so wie er es in sei-
nen Träumen tut. Ich antwortete ihm gerne und geduldig. Manch-
mal schimpfte ich ihn aus, wenn er seinen Körper verließ, um mit
Mama zusammen zu sein. Er ist aus weniger dichtem Material als
ich, aber er hat es langsam gelernt, sich besser auf der physischen
Ebene zurechtzufinden.
Gemeinsam nehmen wir die Anwesenheit von Geistwesen wahr
und können unsere Erfahrungen mit ihnen austauschen. Unsere
Spiele machen uns großen Spaß. Wir erfinden lange Geschichten
mit vielschichtigen Persönlichkeiten, die in verschiedenen Dimen-
sionen und Zeiten leben und Abenteuer bestehen, die beurteilt und
nach Punkten bewertet werden. Einer von uns ist der Spieler, der
andere das Schicksal. Es müssen gewisse Regeln eingehalten wer-
den, und alles muß einen Zusammenhang haben.
Ich glaube, daß das Leben ein großes Spiel ist, und unsere Spie-
le sind ein Spiegel des Lebens.
Marcos, 11 Jahre
Hier spricht Ama
Wer gerne schreibt, kann jedes starke Erlebnis mit Leichtigkeit in
ein Buch umformen.
An einem Augusttag des Jahres 1989 luden mich Alba und
Nestor zu sich ein, und so lernte ich eine Familie kennen, in der es
freundlich zugeht und wo die Energien frei fließen können. Der
Umgang mit Marcos und Flavio fiel mir leicht. Sie waren die leben-
dige Bestätigung all meiner Theorien und Vorstellungen über die
Kinder des neuen Zeitalters, des 3. Jahrtausends, wie immer man
es nennen will.
Als uns Flavio die Struktur des Universums auseinandersetzte,
hatte ich das Gefühl, einen jener Tage zu erleben, die außerhalb der
Zeit existieren und die wir nur ganz selten erleben dürfen.
Im selben Augenblick dachte ich: Das müssen die Menschen
erfahren! Und so kam mir die Idee zu einem Buche, das diese wun-
derbaren Wahrheiten enthalten und weitergeben würde. Ich machte
mich unverzüglich an die Arbeit. Alba übergab mir die Aufzeichnun-
gen, die sie im Laufe der Jahre über die sonderbaren Erlebnisse mit
ihren Kindern angefertigt hatte. Es fanden sich Zeichnungen und
Skizzen, Notizen und allerlei Büchlein. Meine Mappe füllte sich. Das
Material des Buches, das ich über Flavio schreiben wollte, versprach
etwas ganz Besonderes. Ich führte unvergeßliche Gespräche mit
Marcos und Flavio, und das Bild rundete sich durch tiefe, ehrliche
Begegnungen mit Alba und Nestor ab. Mir stand klar vor Augen, wie
sehr dieses Buch alle Eltern und alle, die mit Kindern zu tun haben,
berühren würde. Das Gefühl, ein wertvolles Instrument zu sein,
erfüllte mich! Und dann kam plötzlich der Tag der Wahrheit, als ich
erkannte, daß es gar nicht nötig war, dieses Buch zu schreiben! Es
war längst geschrieben, und sein Autor hieß Flavio!
Ich mußte dieses wunderbare Material, das ich in Händen hielt,
nur für sich selbst sprechen lassen; es drückte alles, was ich zu
sagen hatte und noch viel mehr, klar und natürlich aus. Dann stell-
ten sich die Ideen ein, Kommentare wurden geschrieben, die Kapitel
ordneten sich, und die Überschriften kamen wie von selbst. Es war
ein hinreißendes Gruppenabenteuer, und zu Weihnachten 1989 hiel-
ten wir die Urschrift in Händen. Ich fuhr damit nach Europa, wo es
begeistert aufgenommen wurde. So kam es auch, daß die Überset-
zungen ins Englische, Französische und Italienische schon vorliegen.
Flavio ist älter geworden und drückt sich immer klarer und
bestimmter aus. Die Begeisterung für "sein" Buch führte zu Erweite-
rungen und neuen Definitionen. Aber eines Tages mußten wir damit
Schluß machen, der Verleger wartete! Er gab diesem Buch verant-
wortungsvoll und begeistert den letzten Schliff.
Wir erleben in diesem Buch eine weite und herrliche Welt,
erfüllt von einer Liebe, die größer ist als das, was wir täglich zu
erleben imstande sind.
Dankbar und staunend sehen wir diese Kinder ihre mächtigen Flügel
entfalten, während sie fröhlich das Spiel des "Irdischen" spielen.
Die Erde und die Sonne
Flavio, 5 Jahre
Spaziergang durch die Welt
der Vorstellungen
Das Leben ist ein Zaubertrick
Mama: Halt den Fuß still, damit ich dir die Strümpfe anzie-
hen kann.
Flavio: Nein, laß meinen Fuß, laß mich alleine... (Er ver-
sucht, sich alleine den Strumpf anzuziehen.) Wußtest du, daß
ich nicht mein Fuß bin? Es ist zwar mein Fuß, aber ich bin
nicht mein Fuß; ich bin nicht mein Körper. Ich bin auch nicht
mein Kopf. Ich bin mehr als mein Körper.
Mama: Was willst du damit sagen?
Flavio: Ich will sagen, dies ist nicht die wirkliche Wirklich-
keit. Dies Leben ist ein Zaubertrick.
Mama: Wieso ein Zaubertrick?
Flavio: Ja, ein Zaubertrick, wie die Tricks des Zauberers auf
dem Geburtstagsfest. Was wir erleben, ist eine Täuschung.
Denn es gibt nur die Seele, und die ist bei Gott.
Flavio, 3 Jahre
Die Wirklichkeit
Flavio: Ich habe herausgefunden, daß die Wirklichkeit wahr
ist.
Mama: Und warum ist sie wahr?
Flavio: Weil es Gott gibt. Wenn es Gott nicht gäbe, wäre die
Wirklichkeit nicht da, weil die Wirklichkeit sich auf Gott
stützt. Gott hält die Wirklichkeit. Siehst du? So! (Er hält eine
Hand mit der Innenfläche nach oben und legt die andere dar-
auf.) Die ganze Wirklichkeit kommt von Gott.
Flavio, 4 Jahre
Der Terminkalender
Flavio: Was ist das für ein Heft? Es ist voller Buchstaben und
Zahlen.
Mama: Das ist mein Heft für Eintragungen. Da schreibe ich
jeden Tag hinein, was ich zu tun habe. Es ist der Terminka-
lender für dieses Jahr. Heute ist der 7. März 1985, der
Geburtstag deiner Großmutter. Siehst du? Da hab ich hinge-
schrieben: Geburtstag, damit ich es nicht vergesse. Ganz
vorne ist der Jahreskalender, und dann habe ich eine Seite
für jeden Tag, wo ich mir alles aufschreiben kann.
Flavio: Ah, ich verstehe! Genau so ist es mit dem Leben
innerhalb von Zeit und Raum. Aber die Menschen erinnern
sich nur an das Leben, das sie gerade leben. Und das Leben
geht weiter... Wenn ich ein Blatt umdrehe, dann ist dieses
Leben vorbei, und ich gehe in ein anderes Leben. Wußtest du,
daß es viele Arten von Leben gibt? So wie in deinem Kalen-
der verschiedene Formen, Zahlen und Buchstaben stehen...
Das menschliche Leben ist nur eine der möglichen Lebensfor-
men. Und das Leben ist Gott.
Flavio, 5 Jahre
Das Leben ist überall
Flavio im Gespräch mit seiner Mutter vor dem Kaminfeuer.
Seit ich mit Aida gesprochen habe, habe ich mehr Hunger.
Ich weiß schon, daß ich essen und wachsen muß, damit ich mei-
nen Auftrag erfüllen kann; ich brauche meinen Körper. Also
habe ich das Hündchen in meinem Bauch losgelassen, meinen
animalischen Teil. Ich war zu sehr mit meinem Verstand
beschäftigt und hatte meinen Körper ganz vergessen. Mein Kör-
per, mein animalischer Teil, hat jetzt viel Hunger. Jetzt habe ich
gelernt, den Verstand loszulassen, nicht so sehr aus dem Kopf zu
leben, sondern den Verstand auf den ganzen Körper zu verteilen.
Der Verstand ist im Kopf, aber er ist auch im Körper. Der Körper
bewegt sich, weil ihm der Verstand die Anweisungen gibt. Ich
beginne jetzt, mein Ich aufzubauen. Das "Ich" ist nützlich, damit
die Seele im Körper bleibt. Aber man ist nicht der Verstand und
nicht der Körper. Man ist das Leben, und das Leben ist alles, der
Verstand, der Körper, das Innen und das Außen. Das Leben ist
alles und ist überall. Es geht durch alles hindurch, wie die
Strahlen, wie das Licht.
Siehst du das Feuer? Das Feuer lebt auch, aber anders als
wir, eine andere Art von Leben. Die Pflanzen haben auch Leben
und Verstand, einen anderen Verstand als unseren, sie wissen,
daß sie nahe der Erde bleiben und wachsen müssen. Sie sind
aber auch der Sonne nahe. Sie sind sehr konzentriert und offen
für den Geist; sie haben einen sehr feinen Körper und merken es
sofort, wenn du dich ihnen näherst. Die Pflanzen ernähren sich
direkt von der Erde, nicht so wie wir, wir essen Dinge, die sich
von der Erde ernähren. Die Blumen brauchen die Menschen, und
die Menschen brauchen die Blumen. Sie heilen unsere Gefühle
und sogar körperliche Wunden. Für die Menschen wäre es am
besten, wenn sie Blumen äßen, weil die Blumen eine lange Ent-
wicklung hinter sich haben.
Die Ameisen haben auch eine andere Art von Leben, sie sind
untereinander verbunden, sie sind Teil eines einzigen Verstan-
des. Der Ameisenhaufen hat einen einzigen Verstand und hat
seinen Körper verteilt auf alle Ameisen.
Der menschliche Verstand gehört einem einzigen, er steht
ganz allein. Die Menschen denken, daß der Verstand im Gehirn
ist und das Leben im Körper. Aber das Leben geht durch Körper
und Verstand hindurch, wir sind alle Teil des Lebens. Das Leben
kommt vom Stern eines jeden einzelnen, und der Stern kommt
von Gott.
Flavio, 5 Jahre
Tempelhüpfen
Flavio: Wir haben gerade Tempelhüpfen gespielt. Was mir am
meisten gefällt, ist das mit Himmel und Hölle. Stell dir vor,
Mama, wenn es wirklich so wäre: Man wird geboren und
stirbt, wird geboren und stirbt, wird geboren und stirbt...
Mama: Würde es dir gefallen, wenn es noch andere Leben
gäbe?
Flavio: Ja, das würde mir gefallen! Ich glaube, es gibt andere
Leben, aber in anderer Form, auf anderen Planeten. Jedes
Leben ist ein Planet. Was schreibst du denn da? Schreib das
nicht!
Mama: (das Gespräch notierend) Warum?
Flavio: Weil ich es nicht ganz klar sehe. Es ist so: Mir gefällt
der Gedanke, aber ich bin nicht ganz sicher. Ich bin weder
sicher noch nicht sicher, ich bin in der Mitte.
Mama: Du bist unsicher.
Flavio: Ja, genau! Ich möchte es so sehr verstehen, daß mich
das am Verstehen hindert.
Mama: Wie stellst du es an, solche Dinge zu verstehen?
Flavio: Ich verstehe sie augenblicklich. Wir haben alle Ver-
standeswellen, aber nicht alle gebrauchen sie. Weil man eben
den Verstand nicht dazu benutzen darf, die Verstandeswellen
zu gebrauchen. Das ist wie beim Computer. Man muß dem
Verstand ein "Stop" befehlen. Wenn du wach bist, mußt du
immer, wenn auch nur ein wenig, den Verstand benutzen, um
den Körper gebrauchen zu können. Die Verstandeswellen
sind eine andere Frequenz, aber damit sie wirklich Kraft
haben, muß ich durch meinen Stern gehen. Wenn ich wach
bin, ist der größte Abstand, den ich mit meinen Verstandes-
wellen erreiche, mein Stern. Ich kann aber auch überall hin-
gehen auf diesem Planeten. Um in andere Welten zu gelan-
gen, ist es aber besser, wenn man schläft.
Mama: Und wie machst du das?
Flavio: Ganz einfach! Dazu muß ich die Träume abstellen. Du
stellst die Träume ab, aber du schläfst weiter. Dann stellst du
die Verstandeswellen auf die höchste Stufe und kannst über-
all auf dieser Welt hingehen und sogar von einer Welt in die
andere gelangen. In jeder Welt ist das Leben anders. Aber
das kann ich nicht so oft machen, weil es mich sehr müde
macht. Um die höchste Kraft zu haben, muß ich über meinen
Stern gehen.
Mama: Und was ist dein Stern?
Flavio: Jeder Mensch hat einen Stern. Mein Stern gibt mir
meine Energie. Mein Stern ist golden. Gold ist die normale
Farbe für die Energie. Die Farbe des Sterns kann sich aber
auch ändern. Die Liebe ist rot, ist Kraft, ist Wärme. Grün ist
die Farbe, die am meisten Kraft gibt, wenn dir Energie fehlt.
Schreibst du die Farben auf? Tu das lieber nicht, die Farben
kommen aus dem Verstand, weil man mit dem Verstand auf
Reisen geht. Wenn ich zu meinem Stern gehe, verstärke ich
meine Verstandeswellen, und ich kann mich in dieser Welt wie
in anderen Welten leicht und schnell bewegen.
Am sichersten bin ich mir eigentlich, daß man zwei Arten
von Leben haben kann. Leben so wie die Menschen, je nach
dem Planeten verschieden, und dann gibt es geistiges Leben.
Das geistige Leben ist wie ein Schiffchen, wie etwas, das
fliegt, da kannst du alles sehen, das Sichtbare und das
Unsichtbare, kannst alles auffangen. Aber das Wichtigste ist,
daß du immer das Richtige auffängst. Da kann es dir nicht
passieren, so wie mir jetzt z.B., daß ich bei einigen Dingen
nicht ganz sicher bin. (Er bekommt einen sehnsüchtigen Aus-
druck.) Weißt du, Mama, dann ist alles, was du erlebst, wirk-
lich, und du kannst von einer Welt in die andere gehen, ohne
deinen Stern, weil du jetzt selbst dein Stern bist!
Flavio, 5 Jahre
Zeit und Schicksal
Aus vielen Schicksalen formt sich schließlich ein einziges Schick-
sal, das Schicksal der Menschheit.
Gott hat keine Zeit, er ist außerhalb der Zeit.
Alles, was in der Zeit ist, fängt einmal an und hört einmal auf.
Die Zeit ist dazu da, daß ein Wesen geboren werden, wachsen
und sterben kann. Damit es diesen ganzen Prozeß durchläuft.
Gott ist und ist wiederum auch nicht ein Prozeß. Er ist das,
was den Prozeß des Lebens verursacht.
Flavio, 6 Jahre
Wunder
Flavio: Papa, ich erinnere mich oft an die Geschichte, die du
mir im Auto erzählt hast.
Papa: Welche Geschichte?
Flavio: Die Geschichte von dem Mann und der Überschwem-
mung, als er auf dem Dach des Hauses sitzt. Das Wasser
steigt höher und höher, und es kommt ein Boot, um ihn zu
retten. Er aber sagt: "Nein danke, ich gehe nicht mit, Gott
wird mir helfen."
Das Wasser steigt weiter, und da kommt ein Polizeiboot und
sie rufen: "Mensch, komm doch, sonst wirst du ertrinken." Er
antwortet aber: "Nein danke, ich gehe nicht mit, Gott wird
mir helfen." Schließlich, als das Wasser schon bis zum Dach
reicht, kommt ein Hubschrauber. Der Mann geht aber wieder
nicht mit; er denkt: Gott wird mir schon helfen. Schließlich
geht das Wasser über ihn hinweg, und er ertrinkt. Die Seele
verläßt den Körper, und als sie bei Gott ist, fragt sie: "Warum
hast du mir nicht geholfen?" Gott antwortet: "Ich habe dir
geholfen: Ich habe dir ein Schiffchen, ein Motorboot und ein
Hubschrauber geschickt." Weißt du, daß ich über diese
Geschichte nachgedacht habe?
Papa: Was hast du denn gedacht?
Flavio: Die Geschichte ist sehr nützlich, um etwas über die
Menschen zu lernen. Manchmal erwarten sie Wunder, erwar-
ten, daß Gott die Gesetze der Physik ändert und so seine
Macht zeigt. Dieser Mann war ein Dummkopf; er wußte
nicht, daß Gott immer antwortet. Aber wenn du auf der phy-
sischen Ebene bist, schickt er dir physische Hilfe, du kannst
sie aber nur empfangen, wenn du sie auch erkennst.
Wenn ein Mensch Gott spürt, braucht er keine Wunder.
Flavio, 6 Jahre
Botschafter
Mama: Paß auf, beinahe wärst du hingefallen... Ach, es
macht schon viel Mühe, auf dich aufzupassen.
Flavio: Ja gut, daß du mich aufgefangen hast, aber das ist
deine Arbeit hier auf der Erde, auf mich aufzupassen. Du
sorgst für mich, und ich sorge für Tausende von Seelen.
Mama (etwas ironisch): Dann bist du ein wichtiges Persön-
chen!? Ich glaube, du bist ein bißchen eitel...
Flavio (mit größter Natürlichkeit): Du verstehst mich nicht.
Auf der physischen Ebene paßt man auf gewisse Personen
auf. Du z.B. paßt auf mich auf und auf meinen Bruder, wir
sind in deiner Obhut. Ich, weil ich noch ein Kind bin, passe
nur auf meine Katze auf... Aber auf der geistigen Ebene hel-
fen wir bei der Entwicklung vieler Wesen mit, und gleichzei-
tig gibt es Wesen, die uns helfen. Ich z.B. habe noch nicht
viele Wesen in meiner Obhut, du hast sicher mehr als ich.
Weißt du warum?
Mama: Nein, und ich verstehe dich auch nicht richtig.
Flavio: Du bist ein "Kindermädchen", und ich bin ein "Bot-
schafter". Meine Aufgabe ist es, hier auf der Erde über die
geistige Welt zu informieren, und wenn ich schlafe, ist es
meine Arbeit, anderen Welten mitzuteilen, wie sich das
Leben hier auf der Erde abspielt. Um hier berichten zu kön-
nen, brauche ich Worte, muß ich sprechen und erklären,
damit man mich versteht. In anderen Welten ist es einfacher.
Da sende ich telepathische Wellen aus, und alle, die wollen, fan-
gen sie auf. Sie finden es natürlich ziemlich unglaubhaft, daß es
so eine Welt wie diese geben kann. Es ist sehr eigenartig.
Mama: Was ist denn so eigenartig? Ich finde das gar nicht.
Flavio: Du findest es nur nicht eigenartig, weil du seit vielen
Leben daran gewöhnt bist. Du bist eine alte Seele hier auf der
Erde, deshalb paßt du auf mich auf und kannst mir beibrin-
gen, wie man hier lebt. Du kannst dir nicht vorstellen, wie
schwierig es manchmal ist, anderen Wesen gewisse Dinge von
hier zu erklären. Um sich z.B. mit Energie zu versorgen,
führen die Menschen die Kadaver anderer Lebensformen,
nachdem sie sie zubereitet und gekocht haben, mit Hilfe von
Instrumenten (Bestecken) in ihre Körper ein. Und das alles,
um aus ihnen ein kleines bißchen Energie herauszuziehen.
Was übrig bleibt, geben sie dann wieder von sich, (sie machen
auf dem Klo ein Häufchen). Die Sonnenenergie nehmen die
Menschen direkter auf, aber sie kommt nicht richtig an sie
heran, weil sie Kleider tragen. Auf anderen Planeten ist die
Energiezufuhr viel direkter, sie kommt gleich aus der Quelle.
Und dann die Art der Verständigung! Weil dieser Planet zu
dicht ist, funktioniert die Telepathie nicht richtig, d.h., die
direkte Übertragung der Verstandeswellen. Deshalb gibt es
hier die Lüge. Die Verständigung geschieht mit Tönen, die aus
dem Körper kommen, durch ein Loch (den Mund). Die Luft
bewegt die Stimmbänder, und dann kommen Schwingungen
heraus, die gewisse Dinge bedeuten. Dazu kommt noch, daß
man an verschiedenen Orten mit verschiedenen Tönen dassel-
be sagt! Das ist sehr kompliziert! Dann gibt es hier auch die
Schwerkraft, das ist das Gewicht, das dich zur Erde zieht.
Man muß sich anstrengen, um sich bewegen zu können, du
bist wie plattgedrückt, und man kann nicht fliegen. Man kann
nur im Traum fliegen oder mit den Wellen der Gedanken.
Flavio, 6 Jahre
Alleine ohne Gott
(Aus den Notizen meines Vaters)
Ich gehe in der Abenddämmerung mit Flavio am Meer spazieren.
Papa: Was ist mit dir Flavio, ich glaube, du bist traurig?
Flavio: Ich fühle mich so allein!
Papa: Aber du bist nicht alleine, du bist bei mir und bei
Mama, bei deinem Bruder Marcos, und wir alle haben dich
sehr gern. Hast du Heimweh nach dem Haus in Buenos
Aires?
Flavio bleibt stehen und sieht mich mit Tränen in den Augen an,
dann versucht er schluchzend zu sprechen:
Du verstehst mich nicht. Niemand versteht mich! Ich bin
nicht der Menschen wegen alleine, ich fühle mich alleine
ohne Gott, das kann man nicht vergleichen. Zu dieser Stun-
de, wenn die Sonne fortgeht und die Sterne und der Mond
noch nicht scheinen, vermisse ich Gott.
Flavio wirkt noch kleiner vor der Größe des Meeres am einsamen
Strand. Ich versuche ihn zu trösten, indem ich ihn in die Arme
nehme, aber ich spüre, daß ich nur seinen Körper halte. Er
schmiegt sich in meine Arme, aber er ist weit weg. Schließlich
seufzt er tief, trocknet seine Tränen und kommt zurück. Dann
sagt er:
Papa, wir gehen nach Hause.
Flavio, 6 Jahre
Der Tod und das Nichts
Es gibt Worte, die nur hier auf diesem so dichten Planeten vor-
kommen, wie z.B. das Wort nichts und das Wort Tod.
Das Wort nichts kann es für sich allein eigentlich nicht
geben, es kann ein Nichts von etwas geben, aber nichts von
Nichts geht nicht, weil Gott immer da ist. Es kann nicht sein,
daß etwas von Gott verlorengeht oder einfach nicht mehr da ist.
Das Nichts ist unmöglich, und auch: nichts ist unmöglich!
Wenn du zu einem höheren geistigen Wesen, zu einem Engel
beispielsweise sagst, daß die Menschen an das Nichts glauben,
wird er das nicht verstehen; er würde denken, daß diese Men-
chen unwissend sind.
Einige glauben, daß mit dem Tode alles vorbei ist. Es stimmt,
daß beim Tod des Menschen der physische Körper aufhört, aber
nicht der ganze Mensch stirbt, die Seele geht zu Gott. Man kann
ein bißchen Angst bekommen, weil es ein großer Wechsel ist,
wenn man das Körperliche hinter sich läßt, aber es ist so, wie
wenn man einen Schuljahrgang absolviert hat, und dann lernt
man weiter in der nächsten Klasse oder in einer höheren Schule.
Der Tod ist nicht das Ende des Lebens, das Leben geht weiter
auf eine andere Art, wir sind immer ein Teil des Lebens, das von
Gott kommt und zu ihm zurückkehrt.
Flavio, 6 Jahre
Die Wahrheit
Flavio: Was machst du denn, Papa?
Papa (antwortet abwesend, er ist in Büchern vergraben, um eine
Konferenz vorzubereiten): Ich studiere, ich arbeite einen Vortrag
aus.
Flavio: Wozu brauchst du denn da so viele Bücher?
Papa: Damit ich nachlesen kann, was andere über das Thema
geschrieben haben, und dann stelle ich meine eigenen Gedanken vor.
Flavio: Das sind aber die Wahrheiten von anderen Menschen, du
mußt schauen, was in dir ist und dann deine Wahrheit sagen.
Papa: Das ist nicht so einfach. Ich habe meine eigene Wahr-
heit erst gefunden, nachdem ich ziemlich viel gelesen hatte.
Flavio: Klar, Gott läßt dich über die Bücher die Wahrheit wis-
sen. Ich brauche keine Bücher zu lesen. Ich habe eine direkte
Verbindung, ich spüre die Wahrheit.
Papa: Manchmal denke ich, daß meine Gedanken dich beein-
flussen könnten, und das möchte ich nicht.
Flavio: Nein, das ist gar nicht möglich. Die Menschen haben
Ideen, sie halten sich an Gedanken fest so wie ich mich an
diesem Kissen hier. (Er nimmt ein Sofakissen und preßt es
an sich.) Manchmal wechseln sie ihre Gedanken gegen ande-
re aus, die ihnen besser gefallen oder die sie interessanter
finden. Ich kann meine Gedanken nicht ändern, weil ich so
bin. Die Gedanken sind in meinem Grundstock, sie sind mein
Grundstock, sie sind ein Teil von mir. (Er legt das Kissen auf
den Boden und stellt sich darauf.) Siehst du, so! Deshalb
kannst du mich nicht beeinflussen, aber du kannst mir sehr
helfen, wenn du mir die Worte sagst, Worte, die das aus-
drücken, was ich schon weiß.
Papa: Wie ist es möglich, daß du schon mit Vorstellungen
geboren bist, für die ich Jahre gebraucht habe, um sie zu ent-
decken und zu verstehen?
Flavio: Die Liebe ist sehr nützlich! Ihr seid durch die Liebe
eurer Eltern, die ziemlich groß war, auf die Welt gekommen.
Aber eure Liebe, deine und Mamas, war noch größer, weil sie
nicht so persönlich war, deshalb konnte ich meine Verbin-
dung aufrechterhalten.
Flavio, 6 Jahre
Leben und Lernen
Patricia, die Hausangestellte: Flavio, warum sind wir so ver-
schieden und müssen so verschiedene Dinge erleben?
Flavio: Wir denken nicht alle gleich und wollen nicht alle das
gleiche, das ist es gerade, was unsere Leben so originell
macht. Man sollte das mit Freude leben, es gibt immer noch
viel mehr und dann immer wieder ein neues Leben und neue
Augenblicke, die man genießen kann.
In jedem Leben lernen wir ein bißchen mehr, Tag für Tag,
und die positiven Erlebnisse nehmen wir mit und manchmal
auch Rachegedanken und Böses.
In Wirklichkeit ist das Leben eine große Schule: Einige fan-
gen gerade an, andere sind sitzengeblieben, und man steigt
die Stufen des Lernens aufwärts, bis man selbst Professor ist.
Dann ist man so etwas wie ein Fachmann der Ewigkeit und
hat die Aufgabe, herunterzukommen und den Schülern zu
helfen, damit sie auch so weitkommen. Und dann bringt man
ihnen bei, daß wir alle ein Teil Gottes sind und daß das
Leben uns so lange abschleift, bis wir tadellos geworden sind.
Flavio, 7 Jahre
Seele und Willenskraft
Patricia, die zwanzigjährige Hausangestellte, ist in Gedanken
versunken. Flavio nähert sich ihr, beobachtet sie und tippt ihr
dann mit einem Bleistift auf die Hand.
Patricia (erschrickt): Was tust du da?
Flavio: Wie fühlst du dich?
Patricia: Was weiß ich! Ich ärgere mich. Wenn du es nicht
wärst, würde ich böse werden. Du bist ein seltsames Kind, du
kannst erraten, was mit einem los ist.
Flavio: Ich habe dich gefragt, was du fühlst und nicht, was
du denkst, weil du zu viel denkst. Du mußt das Leben durch
dich hindurchlassen und dann auf die Antwort warten. Aber
du denkst und denkst! Du glaubst, wenn du mit einer Schau-
fel gräbst, wirst du schneller auf die Grundmauern stoßen.
Wenn du nur mit dem Finger kratzt, kommst du genau so
schnell voran. Setz nicht so sehr deinen eigenen Willen ein
und stöbere nicht so viel in deinem Kopf herum.
Man muß sich von der Seele vorwärts schieben lassen.
Flavio, 7 Jahre
Die Maske vor der Seele
Flavio: Ich suche eine neue Definition für das Wort "Freund".
Wir legen ein persönliches Wörterbuch an.
Mama: Vor kurzem habe ich eine schöne Umschreibung gele-
sen: "Ein Freund ist jemand, dem wir alles über uns erzählen
können."
Flavio: Das ist hübsch, aber es nützt mir nichts, zumindest
für meine Schulklasse. Du weißt doch, daß Alex mein bester
Freund ist, und trotzdem kennt er nur meine Maske, weiß er
das Wichtigste über mich nicht.
Mama: Was für eine Maske?
Flavio: Meine Maske ist meine Persönlichkeit. Ich bin Flavio,
ein achtjähriges Kind, beinahe achtjährig, bin ein ziemlich
guter Schüler, ein guter Kamerad, im Sport nicht so
geschickt. Aber all das ist nur ein Teilchen von dem, was ich
wirklich bin.
Mama: Kannst du mir sagen, wer du wirklich bist?
Flavio: Ich erzähle dir doch nichts anderes, seit ich drei
Jahre alt bin! Ich bin eine Seele, die mit vielen anderen
gekommen ist, um euch in diesem Zeitabschnitt des Planeten
zu helfen. Ich bin jetzt auf der Erde, die dicht ist, aber jetzt
ihren Weg ins Geistige beginnt. Um auf die Erde zu gelangen,
mußte ich durch die Sonne gehen, sonst hätte ich in dieses
Planetensystem nicht eindringen können. Dann habe ich
mich auf anderen Planeten, die nicht so physisch wie die
Erde sind, weiter vorbereitet. Das Universum ist der physi-
sche Körper Gottes, und wir Menschen kennen nur ein Teil-
chen vom Ganzen.
Man könnte sagen, daß eine Seele als Seele geboren wird,
wenn sie sich vom Kern des göttlichen Wesens loslöst. Sie
wandert dann durch viele Arten des Seins, durch verschiede-
ne Lebensformen, kehrt dann wieder zum Kern zurück, durch
viele Erfahrungen reicher. In diesem Sinne hat meine Seele
viel Erfahrung, aber auf dieser Welt, die schwierig für mich
ist, habe ich nur wenig Übung. Deshalb brauche ich viel Hilfe.
Flavio, 7 Jahre
Wünsche
Alles im Leben kommt früher oder später. Heute ist mir ein
Wunsch erfüllt worden. Ob es sich um den kleinsten oder den
tiefsten Wunsch handelt, er kann in Erfüllung gehen. Schlimm
ist nicht unser Wünschen, sondern das Sich-an-die-Wünsche-
klammern, besonders wenn man sich dem Tode nähert.
Es ist gut, wenn man wunschlos stirbt. Denn wenn man
einen sehr starken Wunsch hat, nimmt man ihn mit ins nächste
Leben. Je ausgefallener ein Wunsch ist (wenn man sich z.B. an
jemandem rächen will) um so leichter geschieht es, daß man ihn
ins nächste Leben mitschleppt. Der ganz allgemeine Wunsch,
geliebt zu werden, ist nicht so schlimm, er hat weniger Bedeu-
tung.
Die meisten Menschen wollen nicht sterben, weil sie Angst
vor dem Tode haben. Das ist ein allgemeiner Wunsch, weit ver-
breitet und nicht so schlimm. Es ist wie Prüfungsangst. Wenn
man das Examen hinter sich hat, ist auch die Angst weg.
Das letzte Leben auf dem Planeten Erde muß sehr rein sein
und frei von Wünschen.
Flavio, 7 Jahre
Der Feind
Flavio: Heute hatte ich Krach in der Schule. Ich habe einen
Mitschüler, der sehr streitsüchtig ist. Er hatte mich gestoßen,
und ich mußte mich ihm stellen. Aber ich habe ihn nicht
geschlagen, sondern ihm nur fest in die Augen gesehen und
gesagt, er solle mich in Ruhe lassen. Ich habe nicht gern
Feinde und will auch nicht der Sieger sein, wenn es Streit gibt.
Papa: Warum?
Flavio: Wenn du irgendwo der Sieger sein willst, so hat das
seinen Preis. Auch wenn man bei einem Streit siegt, wird der
Feind zum Meister.
Wenn du einen unehrlichen Sieg errungen hast, wendet sich
dieser Sieg gegen dich.
Wenn man etwas Positives erreicht hat, muß man sich später
mit der negativen Seite auseinandersetzen. Man muß immer
den gegensätzlichen Pol erleben, so lernt man.
Flavio, 7 Jahre
Vor dem Einschlafen
Mama: Was ist los? Bist du müde? Es ist Zeit, schlafen zu
gehen...
Flavio: Nein, ich bin nicht müde, ich habe sogar zu viel Ener-
gie, aber ich bin sehr angespannt. Jetzt merke ich genau den
Unterschied zwischen Energie und Spannung; das ist dassel-
be wie der Unterschied zwischen dem Wasser und der Was-
serpumpe. Kannst du dich an die Wasserpumpe erinnern, die
es auf dem Gut von Onkel Juan gibt?
Mama: Ja, was ist der Unterschied?
Flavio: Die Energie ist wie das Wasser, und die Spannung ist
die Wasserpumpe. Die Energie geht über das Physische hin-
aus, wir befinden uns in einem Meer von Energie. Trotzdem
ist die Energie gerade eben ein winziger Teil der Seele, wie
eine Mikrobe ungefähr.
Spannung gibt es, wenn die Energie blockiert ist.
Um auf der feinstofflichen Ebene Energie aufzunehmen, muß
man zur Quelle gehen. Wenn ich wach bin, konzentriere ich
mich und gehe über den Körper hinaus zum Licht, direkt zu
meinem Stern.
Einige Leute denken, daß man mit dem Physischen das Gei-
stige berühren kann. Aber das stimmt nicht. Das wäre so, als
berührte man einen Schatten. Aber man kann vom Physi-
schen über das Mentale zum Geistigen gelangen, wenn man
sich konzentriert. Man kann viel leichter den Körper verlas-
sen als das Ich. Das Ich ist sehr schwerfällig.
Ich glaube, daß die meisten Menschen am leichtesten im
Schlaf den Weg zurück zur Quelle finden. Am besten ist es,
wenn man beim Schlafengehen die Last des Tages hinter sich
läßt. Vor dem Einschlafen muß man das Mentale reinigen.
Mama: Und wie macht man das?
Flavio: Zum Beispiel, als ihr neulich nicht kamt, um mich
von der Schule abzuholen. Erst war ich etwas erschrocken,
aber dann bat ich um die Erlaubnis, zu Hause anzurufen.
Das Problem ist die Angst. Ich halte das Bild, das mir Angst
macht, fest, sehe es mir genau an und lasse es dann gehen.
So vergesse ich die Angst, ich gehe über sie hinaus. Übrig
bleibt das, was ich richtig gemacht habe, nämlich zu Hause
anzurufen. Hauptsache, man läßt das, was geschehen ist, los
und rechnet nicht damit, daß es noch einmal vorkommt. So
läuft man nicht mit der Angst herum, sondern bringt sie aus
sich heraus. Man soll nichts Negatives aufbewahren.
Das Negative nährt nur die Spannung und hindert die Ener-
gie daran, ihren Weg zu gehen, nämlich zur Quelle zurückzu-
kehren.
Flavio, 7 Jahre
Begegnungen
Der Auftrag
(Aus den Notizen meiner Mutter)
Flavio befand sich im Alter von sechs Jahren in einer schwieri-
gen Phase: Er war oft lustlos und niedergeschlagen, hatte keinen
Appetit und fühlte sich kraftlos. Manchmal sagte er: "Das Leben
strengt mich an, diese Welt ist sehr schwierig für mich." Dann
kam Aida zu Besuch, eine transpersonale Psychologin aus Brasi-
lien. Zwischen Flavio und ihr kam es trotz Sprachschwierigkei-
en und Altersunterschied zu einer ganz intensiven Beziehung.
obwohl mein Mann und ich anwesend waren, blieben wir nur
Zaungäste eines ganz speziellen Austausches, der zwischen den
beiden stattfand. Aida war der erste Mensch, der Flavio wie
einen Erwachsenen behandelte. Sie erzählte ihm von den
Schwierigkeiten, die sie selbst in ihrer Kindheit hatte, als es
darum ging, sich der physischen Ebene anzupassen. Flavio fand
sich wunderbar verstanden und ihr tief verbunden. Beide waren
sehr gerührt und hatten Tränen in den Augen.
Diese Begegnung war für Flavio sehr wichtig. Von diesem
Zeitpunkt an besserte sich sein Gemütszustand, und er zeigte
mehr Interesse an einer richtigen Ernährung. Er fand einen bes-
seren Zugang zu unserem Alltagsleben.
Als sie uns verließ, sagte er uns freudig erregt:
Endlich habe ich jemanden gefunden, der so ähnlich ist wie
ich! Sie hat dieselbe Aufgabe wie ich! Ich fühlte mich sehr ein-
sam auf der Erde. Jetzt weiß ich, daß wir viele sind und daß
unser Auftrag von uns verlangt, das zu sagen, was wir wissen,
bis alle es wissen und spüren. Wir sind gekommen, um von der
physischen Ebene aus zu helfen. Es gibt aber noch andere, die
von anderen Ebenen aus dasselbe tun.
Die Menschen werden sich jetzt ändern; die Kinder, die jetzt
kommen, werden offener sei für das Spirituelle. Viele Menschen
glauben an Gott, aber sie spüren ihn nicht! Andere wiederum
glauben nicht, weil sie das nicht annehmen, was die Religionen
sagen, aber sie spüren, daß sie ein Teil des Lebens sind, und das
Leben kommt von Gott.
Wenn alle menschlichen Wesen sich erinnern, daß sie ein Teil
Gottes sind, wird dieser Planet nicht mehr so sein wie jetzt. Klar,
man weiß nicht, wie lange diese Umwandlung dauern wird, weil
das von vielen Dingen abhängt. Aber sie wird sich nicht vermei-
den lassen, weil die Bewegung, die die Menschen sich vom Physi-
schen ab- und zum Geistigen hinwenden läßt, längst begonnen
hat. Die Seele der Menschen kehrt viele Male zur Erde zurück,
um sich in der Materie zu üben. Aber jetzt beginnt sie, sich
mehr im Geistigen zu üben.
Die Seele kann auch zu anderen Planeten gehen und andere
Arten von Leben führen; sie kann sich im ganzen Universum
bewegen und schließlich wieder zu einem Teile Gottes werden.
Flavio, 6 Jahre
Heimweh
Mama: Flavio, ich glaube, du bist traurig, an was denkst du
denn?
Flavio (sehnsüchtig): Ich vermisse meinen ALMIN..., meinen
ALMAN... Ich habe Heimweh nach dort, von wo ich herkomme...
Mama: Was ist ein ALMIN und ein ALMAN?
Flavio: Das sind zwei Worte, die ich mir ausgedacht habe, ich
glaube, es gibt sie noch nicht. ALMIN, das ist ein Verbund
von Seelen, die dieselbe Schwingung haben. Sie sind von
unterschiedlicher Polarität und bilden zusammen eine Art
von "Seelennest". Sie sind außerhalb des bekannten Univer-
sums. Einige lösen sich vom ALMIN und beginnen einen lan-
gen Weg, treten ins Universum ein, gehen zur Sonne und
kommen schließlich zur Erde, um ihre Aufgabe zu erfüllen.
Ich glaube, Aida und ich sind vom selben ALMIN, deshalb
verstehe ich mich mit ihr.
Mama: Vermißt du sie?
Flavio: Nein, ich vermisse sie nicht. Die Wesen desselben
ALMIN sind miteinander verbunden, auch wenn sie auf der
physischen Ebene nicht zusammen sind. Außerdem haben
nicht alle einen physischen Körper, sie könnten in anderen
Dimensionen tätig sein.
Flavio, 6 Jahre
Briefe
Liebe Aida! (Meine Mutter schreibt den Brief für mich)
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich kann kaum glauben, daß Sie
in einem Buch dasselbe schreiben, was ich denke!
Der Planet Erde ist eine Schule. Er ist eine sehr schwierige Schule,
weil er viel Materie hat und wenig Geist. Die Menschen kommen, um
zu lernen, mit ihrem Körper umzugehen und mit den Dingen, die man
anfassen kann.
Aber es gibt viele Schulen auf verschiedenen Planeten, um unter-
schiedliche Dinge zu lernen. Es gibt auch Planetenhäuser, wo die
Seelen sind. Ich glaube, daß ich von der Sonne komme, in der Sonne
sind viele Seelen. Dann war ich auf Saturn, der weniger dicht als die
Erde ist. Jetzt glaube ich, daß ich das mit der Reinkarnation besser
verstehe. Auf dieser Welt ist es so schwierig, einen Körper zu haben,
dass man viele Male in die Körper hinein und wieder aus ihnen
hinaus muß, um zu lernen, mit ihnen umzugehen.
Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen Mann und Frau.
Männer haben mehr Energie. Frauen geben, wenn sie gebären, ihre
Energie an die Kinder ab, ihre eigene Energie wird durchsichtig. Männer
verlieren weniger Energie, aber Frauen lernen etwas Wichtiges:
Wenn sie Kinder bekommen, "üben" sie den Tod. Wenn das Kind aus
dem Bauch kommt, ist das so, wie wenn die Seele aus dem Körper
geht.
Einige Menschen wissen das nicht, und der Tod macht sie traurig.
Sie glauben zu sehr daran, daß nur das Physische existiert. Sie
vergessen, daß das Leben von Gott kommt, und daß nichts, was von
Gott kommt, jemals aufhört! Auch wenn der Planet Erde explodiert,
wird er noch ein Teil von Gott sein.
Ich glaubte früher, daß Gott das ganze Universum ist, aber eines
Tages zeigte mir Gott die Leere und sagte: "Das bin ich auch." Er ist
das Universum, die anderen Universen und die Leere, er hört nie auf,
weil Gott keinen Anfang und kein Ende hat.
Wir müssen alle miteinander über diese Dinge reden, damit die
menschlichen Seelen nicht traurig sind, wir müssen uns
zusammentun und darüber reden.
Seit Du in unser Haus gekommen bist, Aida, weiß ich, daß es viele
von uns gibt, die denselben Auftrag haben. Und ich glaube, daß jetzt
viele Seelen kommen werden, um diesem Planeten zu helfen. Sie
sind "Missionare".
Liebe Grüße, Flavio
Flavio, 6 Jahre
Liebe Aida!
Dein Brief hat mir gefallen.
Ich hatte eine Idee von Almin und Alman... Ein Almin ist
eine Seelengruppe, und ein Alman ist eine Gruppe von Almins.
Der Alman paßt auf den Almin auf.
Der Almin paßt auf die Seelen auf. Wenn die Seelen eines
Almins auf der Erde sind, verbinden sie sich untereinander mit
der Welle des Almins. Wir beide haben so viel gemeinsam, weil
wir zum selben Almin gehören.
Liebe Grüße,
Flavio Cabobianco
Flavio, 6 Jahre
Almin und Alman Die Pole sind Teile
derselben Energie.
Der Almin ist eine Seelengruppe.
Der Alman ist eine Gruppe von
Almins.
Der Weg
Seelengruppe Um zur Erde gelangen zu können,
gehen die Seelen erst zur Sonne,
um sich vorzubereiten, weil die
Erde ein sehr dichter Planet ist.
Dann gehen sie noch zu anderen
Planeten des Sonnensystems.
Der Erdplanet ist sehr dicht
aber er beginnt jetzt
geistiger zu werden.
Seelen SONNE
ERDE
Flavio, 6 Jahre
13. 5. 88
Lieber Trigueirinho!
Ich heiße Flavio und bin sieben Jahre alt. Ich würde gerne mit
dir über Gott sprechen.
Ich weiß, daß
Gott alles ist.
Der Mensch besteht aus
Seele, Ich und Körper.
Flavio Cabobianco
Als ich ein Jahr alt war, hörte meine Mutter von Trigueirinho,
einem Denker und spirituellen Lehrer, der in Brasilien lebt.
Sie schrieb an ihn, berichtete ihm von ihren Erfahrungen, die
sie seit meiner Geburt gesammelt hatte und bat um seine Meinung.
Er antwortete ihr, indem er ihr die Ereignisse ankündigte,
die dann tatsächlich folgten. "Ihr Name, Alba, bedeutet Sonnen-
aufgang, und genau das ist es, was geschieht."
Als ich sieben Jahre alt war, lernte ich Trigueirinho kennen,
und wir verstanden uns gleich gut. Dann sah ich ihn meistens
zwei- oder dreimal im Jahr, wenn er nach Buenos Aires kam, um
dort zu lehren.
Trigueirinho hat wie ich eine Missionsseele, aber sein Auf-
trag ist ein anderer.
Wir sind beide gekommen, um beim Prozeß der Vergeistigung
zu helfen. Wenn wir uns treffen, fühlen wir uns sehr wohl,
obwohl wir wenig sprechen. Und trotzdem ergab es sich manch-
mal, daß wir uns beide mit ähnlichen Themen beschäftigten. Das
kommt, weil wir beide auf derselben geistigen Welle liegen.
Vor zwei Jahren bat er mich um die Erlaubnis, ein paar Auf-
zeichnungen von mir in einem seiner Bücher veröffentlichen zu
dürfen. Er freute sich dann sehr, als ich selbst an einem Buch
arbeitete und gab mir einige Hinweise über die Anordnung, da er
als Schriftsteller sehr erfahren ist.
Flavio, 9 Jahre

Umkehrbare Zeichnung: Marcos und Flavio auf der Erde.
Marcos, 7 Jahre
Mein Bruder Marcos
Mein Lebenskamerad
Marcos ist mein Lebenskamerad hier auf der Erde und auch
schon auf anderen Ebenen.
Mein Bruder und ich sind von derselben Gruppenseele, aber
wir haben verschiedene Pole. Wir sind zusammengekommen, um
einen Auftrag zu erfüllen: Wir wollen den Wesen der Erde helfen,
ihre Verbindung zum Spirituellen zu verstärken.
Wir haben verschiedene Aufgaben. Ich werde lehren und die
Existenz der geistigen Ebene erklären, mein Bruder hingegen
wird mich mit seiner Ausstrahlung unterstützen. Mein Bruder
ist eine Brücke, die mir geholfen hat, hierherzukommen, und er
ist auch weiterhin eine Brücke zwischen mir und den Menschen.
Wir sind dabei zu lernen, auf dieser Ebene zusammenzuarbeiten;
manchmal streiten wir uns, aber wir ergänzen uns auch sehr gut.
Flavio, 9 Jahre
Botschaften von Gott
Marcos: Manchmal weiß ich, was du denkst, aber eher noch
weiß ich, was du fühlst. Aber am wichtigsten ist das, was ich
über Gott weiß. Weißt du, Mama, als Gott mich im Himmel
zusammenbaute, sagte er zu mir: "Dir bleibt meine Erin-
nerung, und mir bleibt dein Lächeln." Und ich erinnere
mich an Gott; ich weiß, wie Gottes Haus aussieht. Ich weiß,
daß wir aus dem Haus Gottes kommen und nach dem Tod zu
Gott zurückkehren. Gott hat Papa ein paar Zettelchen
geschickt, wo draufsteht, was ich tun werde; ich werde ihn
bitten, sie zu suchen und sie mir vorzulesen. Gott sagte auch:
"Du hast ein Brüderchen und sollst es sehr liebhaben." Und
ich habe ihn wirklich lieb, nicht wahr?
Mama: Ja, natürlich.
Marcos: Ich muß alle Leute gern haben, die Freunde und alle
Leute. Ich muß liebhaben und heilen. Er sagte mir noch
andere Dinge, die ich vergessen habe; die weiß ich nur
nachts, wenn ich schlafe. Ich kann mit geschlossenen Augen
sehen. Ich sehe Gott; aber Gott hat keinen Körper, er hat kei-
nen Mund, aber er spricht. Er ist in allen Dingen, auch im
Essen und in der Luft. Gott wohnt in den Menschen, auch in
den Dieben, obwohl sie böse sind. Sie sind böse, weil sie nicht
wissen, daß sie Gott in sich haben, sie spüren es nicht. Und
in den Tieren ist Gott auch. Sogar in den Mäusen. Weißt du,
daß ich die Engel sehe? Sie kommen an mein Fenster, sie
sind aus Luft, sie schweben, sie haben Licht, aber keine Flü-
gel. Die Engel sind näher bei Gott. Und jetzt will ich nicht
weiter von diesen Dingen reden, wir werden ein andermal
weiterreden.
Marcos, 3 Jahre
Das Haus Gottes
(Meine Mutter erzählt)
Ich bin dabei, Marcos zu baden. Er bittet darum, noch "fünf
Minuten" im Wasser bleiben zu dürfen. Ich erkläre ihm "fünf
Minuten" seien nicht sehr lange und er müsse dann bald aus
dem Wasser heraus. Ich erzähle ihm auch, daß ich, als ich so
klein war wie er, manchmal meiner Mutter gesagt habe, ich gehe
"nur fünf Minuten" in das Haus meiner Freundin. Dann ging ich
und blieb viel länger dort. Ich hatte keine Vorstellungen davon,
daß fünf Minuten nicht sehr lange dauern.
Während ich ihm das erzähle, denke ich an meine Freundin,
die damals bald darauf an einer Nierenkrankheit starb. Meine
Eltern sagten mir, daß sie in den Himmel gegangen sei. Das war
meine erste Berührung mit dem Tode. Selbstverständlich sage
ich nichts von alledem zu Marcos. Er aber sieht mich eigentümlich
an und sagt:
"Erzähl mir von deiner Freundin. Ich weiß schon, daß sie
gestorben ist. Sie ist zurückgegangen in das Haus vom lieben
Gott. Wir kommen alle von diesem Haus. Mama, du sprichst nie
mit mir von Gott!"
Ich bin sehr betroffen, weil er wieder einmal meine Gedan-
ken gelesen hat.
Ich frage ihn: "Wieso weißt du, daß sie gestorben ist?"
"Ich konnte es in deinen Gedanken lesen. Gott hat mir Ohren
gegeben, damit ich hören kann, was die Menschen denken. Dich
macht der Tod sehr traurig. Weißt du nicht, daß wir zu Gott
zurückkehren, wenn wir sterben?"
Marcos, 3 Jahre
Verbindung
(Meine Mutter erinnert sich)
Mama ist im Badezimmer und macht sich zum Ausgehen fertig.
Marcos kommt herein und schaut ihr zu.
Marcos: Mama, wohin gehst du? Laß mich mitgehen.
Mama: Ich gehe arbeiten.
Marcos (erbost): Wie einfach ist es doch zu lügen!
Mama sieht ihn überrascht an, weil sie tatsächlich mit einer
Freundin ausgehen will. Dann fragt sie: Wie kannst du wissen,
daß ich nicht zur Arbeit gehe?
Marcos: Ich weiß es. Ich dringe in deinen Verstand wie in ein
feindliches Lager ein und such mir raus, was ich wissen will.
Wenn du deshalb aber böse bist, tue ich es nicht wieder. Ist es
schlimm, so was zu tun?
Mama: Mein Kleiner, das ist nicht schlimm. Ich bin nur über-
rascht, daß du weißt, was ich denke.
Marcos, 3 Jahre
Die Engel und das Lamm
Papa: Marcos, ich will jetzt etwas lesen. Warum gehst du
nicht und spielst und läßt mich alleine?
Marcos: Ich geh nicht fort, du bist nämlich mit dir böse und
nicht mit mir.
Papa (seinen Empfindungen nachgehend): Ja, stimmt, ich bin
ein bißchen verärgert, aber das hat nichts mit dir zu tun.
Marcos: Sich ärgern ist nicht gut; es ist, wie wenn man die
Hölle in sich hat. Ich habe manchmal eine Hölle und einen
Himmel in mir, die sich streiten. Aber ich glaube nicht an
Himmel und Hölle, wovon die Großmutter spricht. Weißt du
was? Gestern abend war ich böse auf meinen Bruder und
wollte im Traum nicht fortfliegen. Da kamen die Engel und
luden mich ein, mit ihnen zu fliegen, um in der Nähe Gottes
zu sein. Sie nahmen mich an einen Ort mit, wo viele versam-
melt waren. Weißt du, was sie zu mir sagten? Sie sagten, ich
habe ein Lamm getötet. Ich antwortete: Nein, das stimmt
nicht! Aber sie bestanden darauf. Sie taten mir nichts, weil
Engel einem nie was tun; sie bestrafen dich nicht, sie sind
nur da. Dann kam Gott und berührte mich, aber ohne Hände,
weil er ja keine Hände und keinen Körper hat. Ich war ja
auch nicht in meinem Körper. Dann ging ich in meim Bett
zurück und beruhigte mich. Ich weiß, daß ich mein Brüder-
chen liebhaben und auf ihn aufpassen soll, aber manchmal
bin ich wütend... Ich glaube, daß mir die Engel helfen, wenn
sie mich in die Nähe Gottes führen. Die Wut ist wie die Hölle,
und der Himmel ist, wenn du Gott spürst.
Marcos, 3 Jahre
Mit Gott reden
Marcos: Mama, wenn du abends an mein Bett kommst und
ich bin nicht da, brauchst du keine Angst zu haben. Ich
komme dann gleich.
Mama: Was meinst du damit, wenn du nicht da bist?
Marcos: Manchmal geh ich beim Einschlafen fort. Ich gehe zu
Gott, ich fliege wie eine Rakete zu den Sternen, und dann bin
ich bei Gott. Aber es ist nicht leicht, dir das zu erklären, weil
das ein Ort ist, für den es keine Worte gibt. Ich fühle es im
Herzen und in der Seele, aber es gibt keine Worte dafür.
Marcos, 3 Jahre
Über einen Engel
Marcos: Gestern abend sah ich vor meinem Fenster einen
Engel. Weißt du, daß die Engel violettes Haar haben und
rundherum violett strahlen? Sie sind nicht so wie du. Du hast
gelbes Haar, und dahinter kommt erst violett. Flavio ist
genauso.
Mama: Und Papa?
Marcos: Papa hat braunes Haar und dahinter gelb. Aber die
Engel sind ganz violett. Alle Leute haben Farben ringsher-
um. Einige haben schöne Farben, andere traurige, je nach-
dem wie der Mensch ist.
Marcos, 4 Jahre
Gott, Jesus und die Engel
Meine Großmutter hat mir von Jesus erzählt. Sie sagt, Jesus ist
Gott. Sie weiß nicht, daß Gott alles ist. Jesus ist ein menschli-
ches Wesen; natürlich ein besonderes menschliches Wesen, weil
er mächtig ist, er hat die Macht, Gutes zu tun. Er war im Bauch
der Jungfrau Maria. Die Engel haben ihm geholfen.
Ich glaube, daß die Engel auch schlafen, weil mein Engel
nicht immer gleich da ist, wenn ich ihn rufe. Die Engel sind
durchsichtig wie die Luft, aber ich kann sie sehen, weil sie ein
Lichtlein haben. Nicht alle Leute können die Engel sehen. Gott
ist überall, er braucht nicht zu essen oder zu schlafen, er hat kei-
nen Körper. Gott erhält deinen Körper, er setzt ihn zusammen,
und dann gibt er ihm die Seele und die Liebe. Mit der Seele
kommt Gott in deinen Körper hinein, obwohl man es sich nicht
erklären kann, daß der große Gott im kleinen Körper Platz hat.
Wenn ein Mensch böse ist, ist die Seele nicht in seinem Körper;
sie ist daneben, weil die Seele immer gut ist. Die Seele geht
durch den Mund rein und raus. Wenn sie für immer rausgeht,
stirbt man, und dann geht man schnell zu Gott.
Jesus hat etwas sehr Wichtiges für die Menschen getan. Er
hatte die Macht, er konnte sich retten, aber er wollte sterben, weil
er voller Liebe war.
Um dieses Leben leben zu können, braucht man die Seele
und das Herz, braucht man Gott und die Liebe. Wenn du das
nicht hast, stirbst du jeden Tag ein bißchen.
Ich erinnere mich oft daran, was mir Gott gesagt hat: Heilen,
heilen und nicht töten! Er sagte mir auch, daß ich mein Brüderchen
gern haben soll. Ich bin hier ziemlich neu, aber mein Bruder noch
mehr. Neu hier auf der Erde, meine ich, denn früher waren wir
schon öfter mit den Engeln im Himmel zusammen. Der Himmel ist
der Ort, an dem Gott ist. Gott kann nicht wachsen, er wird auch
nicht geboren und stirbt auch nicht wie wir. Auch die Engel sind
nicht wie wir, sie haben keine Flügel und keine Füße; manchmal
spielen sie mit mir. Sie machen Kreise in der Luft, Kreise aus Licht.
Sie haben einen weißschimmernden Mantel. Wenn ich mit ihnen
zusammen bin, kann ich auch schweben, aber wir brauchen dazu
keine Flügel. Wir fliegen, weil wir aus Luft sind.
Marcos, 4 Jahre
Sonne und Mond
Der Mann ist Feuer, und die Frau ist Wasser.
Der Mann ist Feuer, weil er stark ist, aber das Wasser kann
das Feuer löschen. Durch das Wasser kann man hindurch, durch
das Feuer nicht. Das Feuer kann aber schmelzen, weil es stärker
ist, es brennt.
Sonne und Mond sind wie Mann und Frau. Sonne und Mond
stehen am Himmel. Die Energie der Sonne ist sehr stark, wie die
des Mannes. Der Mond nimmt sein Licht von der Sonne, wandelt
es um und gießt es nachts über die Menschen aus.
Die Menschen sind entweder Mann oder Frau, und wir brau-
chen sowohl die Sonne wie den Mond, eine starke und eine wei-
che Energie.
Marcos, 4 Jahre
Eine Reise zu Gott
Als ich noch klein war, dachte ich, daß wir mit dem Körper zu
Gott gehen. Jetzt weiß ich, daß wir mit der Seele zu ihm schwe-
ben. Ich kann auch bei Gott sein, während ich wach bin. Ich
mache die Augen zu, zeichne eine kleine Zaubertür und gehe
nach oben, zum Himmel, zu den Sternen, zu Gott. Ich bin dann
bei Gott und rede mit ihm, aber er sagt nichts mit Worten. Damit
man das kann, muß man von den Engeln lernen, so leicht wie die
Luft zu sein. Nachher kehrt die Seele wieder zum Körper zurück,
und ich vergesse viele Dinge, aber eines weiß ich, daß ich heilen
und lieben soll.
Marcos, 4 Jahre
Das Treffen mit dem Lama
Während seines ersten Aufenthaltes in Argentinien besuchte uns
der tibetische Lama Sherab, und Marcos bittet uns, mit ihm
rechen zu dürfen, damit er ihn über Gott befragen kann.
Marcos: Ich möchte wissen, wie man lebendig zu Gott kommt.
Lebendig, nicht tot! Denn ich weiß schon, daß die Seele zu
Gott geht, wenn man stirbt und der Körper auf der Erde
bleibt.
Lama: Durch eine richtige Lebensweise, durch gute Taten,
durch Gutsein, kannst du Gott erreichen. Aber auch wenn du
meditierst, in der Stille bist, nach innen schaust, kommst du
Gott näher.
Marcos: Noch etwas möchte ich wissen. Warum braucht Gott
die Seele? Ich glaube, daß die Seele sehr gut ist, und daß Gott
sie braucht, um noch besser zu werden.
Lama: Gott braucht die Seele nicht, es ist die Seele, die Gott
braucht.
Lama Sherab erklärt uns, daß Marcos eine klare geistige
Begabung hat, in Tibet hätte man ihn als "tulku" angesehen,
als reife Seele, und man hätte ihn für die Erziehung in einem
Kloster ausgewählt. Der Lama gibt uns den Rat, Marcos
nicht mit einer förmlichen Erziehungsweise unter Druck zu
setzen; wir sollten auf ihn hören und ihn respektieren. Er
werde uns schon selbst sagen, wie er sich am besten zurecht-
finde.
Marcos, 5 Jahre
1) Auf dem Todesplaneten, auf dem es fleischfressende Pflan-
zen und lebendige Bäume gibt, wird das Monster geboren. Die
intelligenten Wesen des Planeten heißen Zwischenwesen, weil
sie in den Bäumen und den Pflanzen wohnen. Das Monster wird
mit einer todbringenden Kugel im Bauch geboren. Bei der
Geburt zerplatzt die Kugel und tötet seine Eltern und den
gesamten Planeten. Das Ungeheuer überlebt die Explosion, weil
es in den Weltraum hinausfliegt.
2) Das Monster entfernt sich von seinem Planeten und wird
immer größer. Es fliegt auf den Planeten Erde zu.
3) Das Monster trifft auf ein Raumschiff, das die Erde
beschützt.
4) Das Raumschiff der Liebe stellt sich gegen das Monster
des Hasses, und das Ungeheuer explodiert.
Das Raumschiff der Liebe hat das Monster zerstört,
und so kann es den Planeten Erde nicht angreifen.
Marcos, 6 Jahre
Ein Ort des Lichts
Ich hatte einen sehr schönen und sehr sonderbaren Traum, der
aber gar nicht wie ein Traum erschien. Eine Giraffe flog mit mir
an einen Zauberort, wo es wunderschöne Farben gab, alles war
voller Licht. Ich befand mich vor einem Hause, das einen Garten
voll seltsamer Blumen hatte, die es hier nicht gibt. Ich läutete
und es öffnete sich eine große Tür; als ich hineinging, verlor ich
das Bewußtsein. Eine Freundin hob mich auf; sie war sehr
schön, violettes Licht umfloß sie. Sie gab etwas Energie an mich
ab, und wir flogen dann zu einem anderen Ort, um dort noch
mehr Energie aufzunehmen. Die Energie war Licht. Es war ein
Zauberort: Die Großeltern waren dort und wir alle. Wir füllten
uns alle mit Licht und hatten auch Licht rings um uns herum.
Ich wollte von dort nicht fortgehen, und seither sehne ich mich
nach diesem Ort. Ich glaube, daß wir uns dort vor unserer
Geburt und nach unserem Tode aufhalten. Wir können auch im
Traum dorthin gehen. Nachher muß man immer hierher zurück-
kehren, aber ich glaube, daß dort die wirkliche Wirklichkeit ist.
Marcos, 6 Jahre
Der Wächter der Pflanzen
Die Familie befindet sich im Dachgarten des Hauses.
Papa: Was siehst du denn?
Marcos: Zwischen den Pflanzen bewegt sich was. Es sieht aus
wie ein großer Wassertropfen, grün, durchsichtig mit großen
Augen. Es schwebt über den Pflanzen. Erst war ich
erstaunt... Uiiiii! Jetzt ist es weg! Ich werde es zeichnen, so
vergesse ich es nicht.
Mama: Was ist denn das, was du gesehen hast?
Marcos: Es ist der Schutzengel der Pflanzen. Er kommt wie
ein Geist und verschwindet wieder. Die Menschen haben auch
einen Schutzengel, jeder einen für sich, aber die Pflanzen
brauchen das nicht; sie haben einen Wächter, der überall her-
umgeistert. Der Wächter unserer Pflanzen heißt Zul. Er küm-
mert sich auch um die Pflanzen unten im Haus, um die Pflan-
zen in den Blumentöpfen. Er erscheint überall im Hause, wo
es Pflanzen gibt, aber man kann ihn nicht im Spiegel sehen.
Marcos, 7 Jahre
So wird eine Stadt erbaut.
Gespielt von Marcos, 10 Jahre, und Flavio, 7 Jahre.
Das Spiel des Schicksals
Als ich acht Jahre alt war und mein Bruder fünf, machten wir
eine lange Autoreise. Ich langweilte mich und erzählte Flavio
eine Geschichte. Als ich damit zu Ende war, fragte mich mein
Bruder, was passiert wäre, wenn die Hauptperson die Wahl
gehabt hätte, anders zu handeln, etwas anderes zu tun. Ich ging
darauf ein und erzählte ihm, was dann alles hätte geschehen
können, und wir bauten die ganze Geschichte aufgrund der geän-
derten Entscheidung um. Seit diesem Zeitpunkt erfanden wir
viele Geschichten, in denen der eine der Erzähler ist und der
andere die Hauptperson. Es machte uns so viel Spaß, daß wir
das Ganze immer weiter ausbauten und Regeln und Spitzfindig-
keiten erfanden. Manchmal dauerten die Geschichten über
Monate oder Jahre hinweg, immer mit derselben Hauptfigur.
Manche Spielgeschichten befassen sich noch mit dessen Nach-
kommen und schließen Jahrhunderte der Spielzeit ein.
Als wir den Turm des Universums zeichneten, kam uns die-
ses System sehr zugute, um die verschiedenen Ebenen und
Dimensionen handhaben zu können.
Der Erzähler stellt das Schicksal dar, ein Aspekt Gottes. Er
gibt der Hauptfigur die Form und alles, was dazu gehört.
Die Hauptfigur wählt die Umstände und den Zeitpunkt ihres
Auftretens. Wenn sich die Figur in unserer oder einer bekannten
historischen Zeit aufhält, muß sie die wirklichen Gegebenheiten
berücksichtigen, kann sie aber trotzdem durch ihr Handeln
beeinflussen. Wenn das Spiel in der nahen Zukunft stattfindet,
müssen die Wahrscheinlichkeiten respektiert werden. In ande-
ren Ebenen und Dimensionen schildert der Erzähler die näheren
Umstände des Raum-Zeit-Geschehens.
Das ganze Spiel beruht auf dem Grundsatz der Gleichzeitigkeit;
wie deutlich die Figur herausgearbeitet wird, hängt von der Auf-
merksamkeit ab. Wir verwenden Würfel oder Karten, um die Eigen-
schaften der Hauptfigur und seiner Handlungen zu bestimmen.
Der Erzähler darf während des ganzen Spiels nicht ausge-
wechselt werden, wohl aber sind mehrere Spieler zur gleichen
Zeit erlaubt. Der Spieler hat Gewalt über seine Entscheidungen,
aber der Erzähler bestimmt die Umstände.
Spielregeln:
1. Zuerst werden Dimension, Ebene, Zeit und Raum bestimmt.
2. Dann wird festgelegt, wer die Hauptfigur ist und in welchen
Umständen sie sich zu Beginn der Geschichte befindet.
3. Mit Hilfe von Würfeln oder Karten werden die Eigenschaften
des Spielers festgelegt, immer nach dem Grundsatz der
Gleichzeitigkeit!
4. Das Spiel beginnt in einem Augenblick, in dem die Hauptfi-
gur eine Entscheidung trifft.
5. Das Spiel kann mit dem Tode der Hauptfigur enden, erlaubt aber
auch die Möglichkeit, weitere Inkarnationen zu durchlaufen.
Marcos, 13 Jahre
Karma - eine Geschichte
Ich drehe mich um und sehe ein Licht. Es ist weiß und sehr stark,
und es ist nicht Verlangen oder Neugier, was mich zu ihm hintreibt,
sondern seine unwiderstehliche Anziehungskraft, die weit über die
Gesetze der Schwerkraft hinausgeht. Es ist so, wie wenn man sehr
schnell durch einen Tunnel fährt. Langsam wird es größer. Ich laufe
auf das Licht zu. Nein, so ist es nicht. Ich fühle meinen Körper gar
nicht mehr, sondern nur dieses Licht, von dem ich ein Teil bin. Ich
schaue hinter mich. Da sehe ich ein orangefarbenes Licht, das mich
mit einer Welle von Energie überflutet. Ich habe keine Zweifel
mehr. Jetzt sehe ich unser Haus. Ich kann durch die Wände hin-
durchsehen. Ich erblicke meinen Körper, der ausgestreckt im Bett
liegt. Ein Arzt ist bei meiner Mutter und sagt ihr, daß nichts mehr
zu machen sei, daß ich im Schlaf wegen einer undichten Gasleitung
im Zimmer gestorben sei. Meine Mutter weint, mein Vater tröstet
sie, aber er weint auch. Ich möchte den beiden sagen, daß es mir
gutgeht, ja daß es mir nie besser gegangen ist.
Ich sehe einen tunnelartigen Aufzug, der sich auf meinen Kör-
per richtet, aber ein Drittel von ihm ist blockiert. Ein unüber-
schreitbarer Graben trennt mich von unserem Haus, und es besteht
sogar die Gefahr, an diesem Streifen hängenzubleiben.
Jetzt erinnere ich mich, daß am Tag vor meinem Tode unser
Gasofen explodierte. Dann kam ein Klempner, aber er machte seine
Arbeit schlecht.
Ich erinnere mich an ein Gesicht. Ein Gesicht, das mir in meinem
Leben sonst nichts bedeutet hätte. Alles paßt zusammen wie bei
einem Puzzle. Ich habe diesen Mann schon einmal gesehen. Es war
ein zum Tode Verurteilter. Er war dazu verurteilt, in der Gaskammer
zu sterben. Ich war der Richter, der das Urteil gefällt hatte, obwohl
ich von seiner Schuld nicht überzeugt war. Aber die Geschworenen
hatten einen unerträglichen Druck auf mich ausgeübt!
Ich sehe ihn atmen, sehe, wie er seinen letzten Atemzug tut und
dann versucht, nicht mehr zu atmen, bis es schließlich nicht mehr
geht und er die tödliche Dosis in sich aufnimmt. Ich sehe ganz klar
vor mir, wie die Tablette in die Säure fällt, sich auflöst und dadurch
das tödliche Gas erzeugt.
Dazu kehren wir ins Leben zurück: Wir müssen lernen, das
Gesetz von Ursache und Wirkung zu verlassen. Um es irgendwann
einmal, nicht nur durch den Tod, endgültig zu zerbrechen!
Marcos, 13 Jahre
Gespräche im Kreise der Familie
Die Bösen, das Leben und die Zeit
Flavio: Das Blut ist weiß, das Blut der Bösen ist rot.
Marcos: Wo hast du denn das her? Jedes Blut ist rot!
Flavio: Du hast es mir gesagt; du hast gesagt, das Blut der
Bösen ist rot, sie bringen einander um!
Marcos: So was kann ich dir nicht gesagt haben, weil alle
Menschen rotes Blut haben. Außerdem sind die Bösen, wenn
sie tot sind, nicht mehr böse, weil Gott aus ihnen die Bosheit
herausreißt. Man kann nicht bei Gott und böse sein.
Flavio: Klar, Gott ist in den Guten und in den Bösen.
Marcos: Ja, weil wir alle ein Teil Gottes sind, das ganze Uni-
versum ist Gott.
Flavio: Das Leben ist Gott, aber Gott ist außerhalb der Zeit.
Marcos: Er ist aber auch in der Zeit.
Flavio: Aber wenn wir sterben, gibt es keine Erinnerungen
mehr, weil es keine Zeit mehr gibt.
Marcos: Dann gibt es keine Zeit mehr und keine Bösen und
keine Guten; nur noch Leben, das Gott ist.
Marcos, 6 Jahre - Flavio, 3 Jahre
Die Form der Dinge
Marcos: Es gibt viele Arten von Leben. Alles hat Leben, weil
es Natur ist, und die Natur ist voller Leben. Sogar der Nebel
ist lebendig, hat was zu tun. Obwohl er von den Wolken
kommt, stammt er immer von Gott. Alles kommt von Gott.
Ein Auto zum Beispiel ist aus chemischen Produkten
gemacht, und diese chemischen Produkte nimmt man aus
uralten Fossilien, die schon Millionen Jahre lang tief in der
Erde begraben liegen. Der Mensch erschafft nichts Neues, er
mischt nur zusammen; alles sind Mischungen aus den Din-
gen, die in der Natur vorkommen. Manche Mischungen sind
falsch und gefährlich, sind nur gut für den Krieg, andere sind
gut, um gute Dinge daraus zu machen.
Flavio (begeistert): Ja! Gott hat alles erschaffen, alle Dinge
sind Teilchen von Gott, sogar die Geister... die Häuser, die
Autos, die Kleider, alles kommt aus Gott!
Marcos (ärgerlich): Aber sei doch kein Dummkopf! Du ver-
stehst überhaupt nichts von dem, was ich dir erkläre! Ich
sage dir doch, daß die Dinge von Menschen gemacht sind; sie
entstehen aus den Vermischungen von Dingen, die in der
Natur vorkommen. Wie kannst du sagen, daß ein Haus, ein
Auto oder die Kleider von Gott gemacht sind?
Flavio (lautstark): Aber nein, aber nein! Der Dummkopf bist
du! Gott hat die Form des Menschen gemacht und auch die
Formen aller Dinge, die existieren. Verstehst du nicht? Gott
hat die Ideen der Dinge gemacht, und ohne Ideen gibt es
keine Dinge!
Marcos, 7 Jahre - Flavio, 4 Jahre
Jesus und der Sirius
Mama: Kommt, Kinder, schlafen gehen! Macht die Augen zu
und sucht euch ein Sternchen am Himmel.
Flauio (lachend): Ich brauche gar nicht einzuschlafen, um zu
meinem Stern zu gehen, (macht die Augen zu) Bin schon auf
meinem Stern... Aber ich habe zwei Sterne, einen männlichen
und einen weiblichen, sie heißen Joseph und Maria.
Mama: Weißt du, daß die Eltern von Jesus so hießen? Hat dir
das deine Großmutter erzählt?
Flauio: Ich weiß nicht, kann mich nicht erinnern. Mein Stern
ist Mann und Frau, Maria und Joseph. Er ist sehr groß, die
ganze Welt hat Platz auf meinem Stern.
Marcos, schon beim Einschlafen, hört unser Gespräch, setzt
sich auf und sagt: Jesus kommt auch von einem Stern, vom
Sirius.
Mama (erstaunt): Woher weißt du denn das? Hat Papa dir
das erzählt?
Marcos: Nein, Papa hat mit mir nicht über Jesus gesprochen.
Papa zeigte mir eine Himmelskarte, wo die Namen der Ster-
ne draufstehen. Und ich weiß, daß Jesus vom Sirius kommt,
das ist der Stern der Willenskraft und der Liebe.
Mama: Woher weißt du denn das, hast du es gelesen?
Marcos: Ich sage dir doch, ich habe den Namen des Sterns
gelesen; das andere weiß ich einfach, keine Ahnung, woher.
Laßt mich jetzt schlafen, ich bin müde...
Flavio: Laß ihn, Mama, es stimmt, daß Jesus von einem
Stern kommt, wir kommen alle von einem Stern.
Marcos, 7 Jahre - Flavio, 4 Jahre
Gespenster
Ricardo* (aufgeregt): Mama, Papa, diese Kinder sagen, daß
es Gespenster gibt! Nicht wahr, das stimmt nicht? Es gibt sie
nicht, es gibt sie nicht!
Marcos (ruhig): Natürlich gibt es sie. Aber ich habe dir doch
gesagt, daß sie dir nichts tun können; sie sind Energie ohne
Materie, sie können dich nur erschrecken. Du brauchst dich
vor ihnen nicht zu fürchten; sie können dir nur leidtun, sie
sind wie eine Wolke in menschlicher Gestalt. Es sind die See-
len, die den Weg zu Gott nicht finden können.
Papa: Warum erzählt ihr uns nicht, was geschehen ist?
Ricardo: Wir gingen die Stiege hinauf, es war dunkel, und wir
sahen, daß sich etwas bewegte, wie ein Schatten. Ich erschrak
und sagte: Das sieht aus wie ein Gespenst, und er (zeigt auf
Marcos) sagte: Ja, natürlich ist es ein Gespenst, und daß es
überall Gespenster gibt. Da bekam ich Angst. Ihr sagt doch
immer, daß es keine gibt! Dieser Junge ist ein Lügner!
Marcos: Ich habe dir die Wahrheit gesagt. Ich sagte dir auch,
daß du dich nicht zu fürchten brauchst. Die Gespenster kön-
nen durch die Wand gehen, aber sie können dich nicht anfas-
sen. Sie haben keinen Körper, aber sie haben Verstand. Sie
haben Energie, aber keine Materie. Weißt du, was die Mate-
rie ist? Materie kann man anfassen. Wenn man stirbt, läßt
man seine Kleider zurück, das ist der Körper, aber manchmal
bleibt die Unterwäsche liegen; die schwebt dann in der Nähe
der Erde und kann nicht nach oben.
Flavio (schüchtern): Ja, ja so ist es, das stimmt.
Ricardos Eltern: Na ja, diese Kinder scheinen zuviel Fernse-
hen abbekommen zu haben...
Marcos: Das haben wir nicht aus dem Fernsehen, das sind
wahre Ideen.
Mama: Nun gut, Marcos, wir werden später darüber spre-
chen. Sucht eure Spielsachen zusammen, wir müssen gehen,
es ist schon spät.
* Ein Freund, den die Kinder während der Ferien in Brasilien kennenlernen.
Wir gehen am Strand entlang zum Haus zurück.
Mama: Ihr müßt ein bißchen vorsichtiger sein, wenn ihr mit
anderen Leuten redet. Ihr wißt schon, daß nur wenige das
verstehen können, was ihr denkt. Wir respektieren euch zu
Hause, aber mit anderen Leuten könnt ihr da Schwierigkei-
ten bekommen.
Papa: Dieser Junge hatte große Angst, deshalb war er so erbost.
Marcos: Er hat das Gespenst gespürt, aber er konnte es nicht
annehmen.
Flavio: Er glaubt mehr an seine Mama und seinen Papa als
an das, was er selbst spürt.
Papa: Du kennst dich auch mit den Gespenstern aus?
Flavio: Na klar, als ich geboren wurde, war das hier für mich
wie eine Welt von Gespenstern, von physischen Gespenstern.
Ich hatte genau dieselbe Angst wie dieser Junge. Um phy-
sisch zu sein, mußt du erst einmal geboren werden. Um ein
Gespenst zu sein, mußt du erst einmal die Anstrengung
machen und sterben.
Mama: Was meinst du mit Anstrengung?
Flavio: Ich will sagen, daß die Menschen, die später Gespen-
ster sind, sehr ungern gestorben sind; sie wollten nicht ster-
ben. Deshalb schweben sie nicht zur Sonne, sondern bleiben
in der Nähe der Erde. Die Gespenster haben vergessen, daß
wir alle aus Gott kommen und nach dem Tod wieder zu Gott
zurückkehren.
Wenn wir alle zusammen wieder bei Gott sind, wird niemand
mehr sterben oder geboren werden. Aber das Leben wird wei-
tergehen. Weil Gott das Leben ist, und Gott hört nie auf.
Wenn du stirbst, dann schwebst du nach oben... nach oben...
bis zur Sonne, aber dann geht es noch weiter. Da sieht man
dann nichts mehr, weil es dort nichts mehr zu sehen gibt.
Gott hat keine Form.
Wenn du dein Leben beginnst, gibt dir Gott eine Form und
schickt dich zu einem Planeten. Vor der Geburt schwebt man
über dem Planeten, und mit diesen Augen (er zeigt auf sein
Herz) sieht man sich den Planeten an, wo man ankommen
will. Na ja, es sind nicht genau Augen, aber so ähnlich, weil
man ja noch keinen Körper hat. Das wirkliche Kleid, das wir
haben, ist der Körper. Auf jedem Planeten gibt es spezielle
Kleider. Jeder Planet hat seine Farbe. Manchmal geht man zu
anderen Planeten, manchmal kommt man viele Male zum sel-
ben. Gott zeigt dir die Dinge, die du tun sollst, er schreibt sie
dir in deine Erinnerung.
Papa: Welche Dinge?
Flavio: Damit ich auf diesem Planeten leben kann, hat mir
Gott die Worte "nein" und "ja" eingeprägt und auch das Wort
"Uhr". Die wichtigeren Dinge werde ich sagen können, wenn
ich mit den Worten besser umgehen kann. Ich muß zur Schu-
le gehen, um mehr Wörter zu lernen, um mehr von der Erde
zu wissen. Aber ich glaube auch, Marcos, daß wir von diesen
Dingen mit anderen Kindern nicht reden können. Sie bekom-
men Angst, so wie ich Angst vor dem Physischen hatte. Die
Eltern erlauben ihnen nicht, die nicht-physische Wirklichkeit
zu sehen.
Marcos, 8 Jahre - Flavio, 5 Jahre
Hund, der an einer Blume im Garten
des Landhauses schnuppert.
Flavio, 5 Jahre
So werden die Babys geboren
Marcos: Hast du gesehen, daß Tante Christina einen Bauch hat?
Sie wird ein Baby bekommen.
Flavio: Sie wird ein Junges bekommen. Wie werden denn hier die
Babys gemacht?
Marcos: Schau, die Sache ist so: Der Papa und die Mama kommen
zusammen und machen ein Baby. Damit ihre Energien sich verbin-
den können, müssen sich Teile ihres Körpers verbinden. Der Papa
legt eine Art von Samenkörnchen in den Bauch der Mama. Dort ver-
bindet es sich mit einem anderen Samenkörnchen von der Mama
und zusammen machen sie ein Kinder-Eichen. Das Baby in der Mut-
ter wächst und wächst, bis es fertig ist und herauskommen kann.
Dann strengt sich die Mutter sehr an, und das Baby wird geboren.
Während der ganzen Zeit nährt die Mutter es mit ihrer Energie.
Flavio: Das ist aber sehr schwierig hier, ein Baby zu bekommen.
Alles geht sehr über das Physische!
Marcos: Na klar, du Dummkopf, hier sind die Dinge eben so!
Flavio: Ja, sie sind schrecklich! Vor der Geburt hat man noch keine
Kruste, noch kein Ich und befindet sich in einem anderen Körper.
Alles berührt dich sehr stark. Deshalb bin ich in Mamas Gedanken
geblieben! In anderen Welten ist alles viel einfacher.
Marcos: Kannst du dich erinnern?
Flavio: Ja natürlich! Es gibt zum Beispiel Welten, wo sich zwei
Pole treffen; ein Pol gibt dem anderen seine ganze Kraft, ein Pol
bekommt das Kleine, und der andere Pol stirbt. Wenn das Kleine
sich schon alleine mit Energie versorgen kann, stirbt auch der
zweite Pol, oder besser gesagt, er steigt zu einer höheren Ebene
auf. Auf denen ist es noch einfacher: Da gibt es kein Geschlecht,
keine Pole, man wird nicht.geboren, und man stirbt auch nicht.
Marcos, 8 Jahre - Flavio, 5 Jahre
Die Zahlen
Flavio: Weißt du, Marcos, ich kann schon bis hundert zählen!
Wieweit kann man eigentlich zählen?
Marcos: Man kann bis ins Unendliche zählen. Du kannst
immer weiterzählen, aber dein Leben reicht nicht aus, um
ans Ende der Zahlen zu kommen.
Flavio: Sag mir doch ganz große Zahlen.
Marcos: Na ja, es gibt die Millionen, die Billionen, die Trillio-
nen, zum Beispiel acht Millionen dreihundertvierundzwan-
zigtausend. Die Trillionen haben viele Nullen, ich weiß gar
nicht, wie viele.
Flavio: Manche "Rechnereien" sind schrecklich.
Marcos: Man sagt nicht Rechnereien, sondern Berechnungen.
Du wirst schon noch das Rechnen lernen. In der ersten Klas-
se lernst du addieren und subtrahieren. Aber es scheint, daß
die wirklich wichtigen Zahlen die Eins und die Null sind. Von
daher kommen alle Zahlen.
Flavio: Klar. Eins ist das Leben, die Null ist das Nichts. Die
Null ist keine Zahl, sie ist das Unendliche der Zahlen. Und
alle, die Null und die Eins, die Fülle und die Leere, sind Gott.
Marcos, 8 Jahre - Flavio, 5 Jahre
Gott und die Liebe
Gott und die Liebe
Flavio umarmt seine Mama in einer Anwandlung von Zärtlichkeit.
Ich habe dich so lieb, Mama! Ich bin glücklich, weil ich dich so
lieb habe... Aber ich kann dich auch liebhaben, wenn du nicht
meine Mutter bist; ich kann jeden sehr liebhaben, genauso sehr
wie dich. Wenn man einen Menschen sehr liebt, hat man alle lieb.
Ich habe dich lieb, weil wir Teilchen sind, die aus Gott
gekommen sind! Alle Menschen sind Teilchen von Gott! Gott ist
in allen Welten, er ist in Teilchen aufgeteilt, er ist überall, und er
ist auch in der Leere. Jede Welt ist ein Teil von Gott. Aber Gott
ist auch im Raum, Gott ist alles, was es gibt, alles, alles, was
man anfassen kann und was man nicht anfassen kann, was man
sieht und was man nicht sieht. Gott stirbt nie, aber damit man
lebendig ist, muß man ein Teil sein, der aus Gott kommt. Ich
glaube, ich bin ein Teilchen, das aus dem Herzen Gottes gekom-
men ist. Na ja, nicht wörtlich gemeint, weil Gott keinen Körper
hat, ich will sagen, ich komme aus der Liebe Gottes.
Weißt du, Mama, wenn ich in den Bußwinkel geschickt
werde, geht es mir sehr gut, weil ich nicht denke. Denken ist
nach innen sprechen, und ich bin innerlich still. Dann bin ich
das, was aus Gott gekommen ist, und bleibe dort. Aber glaube
nicht, daß da ein Loch bleibt, wo ich herausgekommen bin, weil
Gott, auch wenn er in Teile geteilt ist, immer ganz bleibt.
Flavio, 4 Jahre
Die Dinge Gottes
Flavio: Mama, was für eine Religion hast du?
Mama: Ich habe keine Religion. Ich bin als Christin erzogen
worden, aber es ist für mich nicht wichtig, einer Religion
anzugehören. Ich glaube, daß Gott Liebe ist.
Flavio: Ja, aber Gott ist nicht nur Liebe. Er ist auch Haß.
Alles kommt von Gott. Auch der Haß. Es stimmt, daß
menschliche Wesen herauskommen, wenn sich Gottes Liebe
öffnet. Haß ist der zusammengeknüllte Teil Gottes, Liebe ist
der Teil, wo er offen ist.
Mama: Was meinst du mit "zusammengeknüllt"? Was soll das
heißen?
Flavio: Zusammengeknüllt, so (er nimmt eine Papierserviet-
te). Alles zusammengeschoben, zerdrückt. Haß ist gefesselte
Liebe. Die Liebe dagegen ist nicht zusammengeknüllt und
nicht getrennt, sie ist normal. Siehst du? (Nimmt ein Buch)
So wie diese Buchstaben, sie sind nicht zusammengedrückt,
nicht zu eng beisammen und nicht zu weit voneinander
getrennt, sie sind geordnet. Deshalb kann man sie lesen. Soll
ich dir erzählen, was die Menschen machen?
Mama: Ja natürlich, erzähl mir.
Flavio: Die Seele geht aus Gott hervor und zieht sich ein
Kleid an. So entstehen die Menschen. Es gibt sowas wie ein
Ankleidezimmer, wo alle Kleider hängen. Gott sagt der Seele,
welches Kleid sie anziehen soll. Das Kleid ist der Körper. Die
Form des Körpers richtet sich nach der Welt, in die die Seele
gehen will. Mir hat er das Kleid für die Erde gegeben. Die
Menschen haben alle dasselbe Aussehen, so wie du, wie ich,
wie Marcos. Na ja, es ist schon ein Unterschied, aber nur im
Gesicht. Die Frauen sind auch verschieden von den Männern,
aber der Unterschied ist nicht so groß.
Zuerst hat Gott existiert, nicht die Welten. Damals gab es
nur Gott. Alles, was es jetzt gibt, war damals in Gott. Die
Planeten leben auch. Alles lebt. Die Steine zum Beispiel
haben in sich eine Form, aber diese Form sieht man nicht.
Mama: Was willst du damit sagen? Das verstehe ich nicht.
Flavio: Schreib auf, irgend jemand wird es verstehen. Das
erste, was nach Gott existierte, waren die Welten... Das Uni-
versum... Man lebt immer, immer! Auch wenn man stirbt...
Weil auch nach dem Sterben die Seele da ist. Die Zeit ist das,
was zwischen dem Geborenwerden und dem Sterben ist. Man
kann ein Mensch werden oder ein Planet.
Mama: Woher weißt du denn diese Dinge?
Flavio: Ich weiß alles durch Gott.
Die Dinge, die ich weiß, weiß ich durch Gott.
Um die Dinge Gottes zu entdecken, muß ich an Gott denken.
(Er macht die Augen zu und bleibt entspannt und entrückt
sitzen.) Nach einigen Sekunden des Schweigens sagt er froh:
Mein Sonnenlicht ist angegangen!
Mama: Was willst du damit sagen?
Flavio: Das ist so, wie wenn man sagt: Mir ist ein Licht auf-
gegangen!
Flavio, 5 Jahre
Der Magnet der Liebe
Papa: Hallo, mein Junge! Wie geht es in der Schule?
Flavio: Ganz gut, ich gehe eigentlich gern zur Schule. Ich bin
noch ein bißchen neu hier auf der Erde und muß erst lernen,
hier zu leben. In der Schule lerne ich auch, mit anderen
zusammenzuleben. Dort bin ich nicht so von euch beschützt.
Mama: Hast du irgendein Problem? Wie kommst du mit der
Lehrerin und den Mitschülern aus?
Flavio: Wenn sie sich nicht streiten, fühle ich mich wohl. Ich
streite nicht gerne, aber manchmal muß ich mich verteidigen.
Ich vertrage mich sehr gut mit Alex, der seit dem Kindergarten
mein bester Freund ist. Aber jetzt habe ich mehrere
Freunde, da ich mehr Kontrolle über meinen Liebesmagneten
habe und mehr Kinder anziehen kann.
Papa: Ein Liebesmagnet?
Flavio: Wir haben alle einen Liebes- und einen Haßmagneten
in uns. Der Liebesmagnet zieht alles an, was Liebe enthält.
Wenn wir es zu kontrollieren verstehen, kann die Liebe den
Haß wie eine Kapsel umgeben. Die Liebe ist geordnet wie die
Buchstaben und Wörter in einem Buch. Der Haß ist ein
Durcheinander, ein Wirbel, alles ist vermischt. Ein Mensch
ist schlecht, wenn sich seine Haßkapsel öffnet, dann zieht er
schlechte Menschen an, und es ereignen sich böse Dinge. Es
ist wegen dieser Anziehung des Haßmagneten, daß sie sich
streiten und schlecht behandeln, sie lieben sich auf eine
verworrene, ungeordnete Art und Weise.
Die Liebe dagegen hilft dir, die Dinge auf eine Art zu verste-
hen, die nicht über den Verstand geht, sondern über das
Herz. Dann zieht man die Leute an, die auch über den
Liebesmagneten verfügen. Eure Liebe zum Beispiel hat mir
geholfen, hierher zu kommen.
Papa: Wie war das?
Flavio: Die Liebe ist ein Kanal zu deinem Stern. Eure Eltern
liebten sich sehr, und auch ihr seid mit Liebe aufgewachsen.
Der Magnet eines jeden hat den anderen angezogen, und
gemeinsam habt ihr einen sehr starken Magneten geschaf-
fen. Das haben Marcos und ich wie ein Licht gesehen, das
uns angezogen hat.
Mama: Aber Marcos ist ganz schön streitsüchtig!
Flavio: Marcos ist ganz anders als ich, er kann seinen Körper
und seinen Verstand besser gebrauchen. Er ist auch voller
Liebe, aber er ist gekommen, um die rote Farbe zu erleben,
die Kraft in der Liebe. Seine Kraft hat mir geholfen, den Weg
zu öffnen, (lacht) Natürlich habe ich es nicht gern, wenn er
seine Kraft gegen mich verwendet!
Flavio, 6 Jahre
Weihnachten 1989
Wir bereiten ein Krippenspiel vor. Flavio schreibt die Dialoge. Er
kommt auf den Gedanken, daß nicht nur die Personen, sondern
auch ihr Stern vertreten sein sollen, das heißt, die Verbindung
eines jeden mit seiner Seele.
Er erklärt uns: Jesus war ein ganz besonderes Wesen, er
bedeutet den Anfang des Geistigen in der Menschheit. Er
kam vom Sirius, dem Stern der Liebe. Jesus ist ein Spiegel,
der für die Christen das Bild Gottes widerspiegelt. Jetzt wer-
den die Religionen nicht mehr notwendig sein, weil jeder Gott
in seinem Inneren finden wird.
(Jede Person trägt einen goldenen Papierstern in der Hand;
manchmal spricht die Person, manchmal sein Stern. Der Stern
stellt den Kern der Seele jedes Menschen dar.)
Der Stern von Bethlehem (Sirius): Ich bin Sirius, der Stern
der Liebe. Ich bin Sirius, du bist Sirius, wir alle sind Sirius.
Ich bin die grenzenlose Liebe, und ich bin auch der Haß, das
ist die begrenzte Liebe.
Ich komme zu diesem Planeten, weil er viel Liebe braucht für
eine Zeit der größeren Geistigkeit in seiner Entwicklung. Es
gibt viele Wesen, die verwirrt sind, voller Haß. Der Haß war
nie böse. Er ist nur Liebe, die den Weg der Freiheit nicht findet.
Ich bin die grenzenlose Liebe, die wahrhaft freie Liebe.
(Betrachtet das Jesuskind) Wird dieses Wesen den Menschen
helfen können? Wird es die Menschen die Liebe lehren kön-
nen durch sein Beispiel?
Jesuskind: Wie schwierig ist diese Welt! Das einzige, was die
Entwicklung dieses Planeten fördern kann, ist die Liebe. In
dieser so dichten Welt vergessen die Wesen ihren Stern.
Herodes: Man sagte mir, daß ein Kind geboren sei, das König
der Juden werden soll. Das kann nicht sein! Ich weiß nicht,
wer es ist, aber ich werde alle kleinen Kinder töten lassen.
Niemand wird mir den Thron rauben!
Stern des Herodes (traurig): Ich weiß nicht, was ich mit die-
sem verwirrten Wesen tun soll. Er kennt den Weg der Frei-
heit nicht. Er will nur die Macht, ist voller Haß und findet
die Liebe nicht. Er trägt eine Krone, die ihm das Kronen-
chakra verriegelt. Er hat die Verbindung zu seinem Stern
unterbrochen, zum Kern seiner Seele.
König Kaspar (der König Arthur des Mittelalters): Wir folgen
einem Stern. Wir wissen, daß ein Kind geboren wurde, das
eine große Wende in der Menschheitsgeschichte bringen
wird.
Der Stern von König Kaspar: Du mußt diesem Wesen helfen,
das mit einer schwierigen Mission zur Erde gekommen ist.
Du wirst noch öfters kommen müssen.
Du trägst eine offene Krone und wirst die Verbindung mit
mir nicht verlieren, ich bin dein innerstes Wesen. Du wirst
Macht und Weisheit besitzen.
Römischer Soldat: Dieses Kind in der Krippe berührt mein
Herz.
Stern des römischen Soldaten: Die Zeit Roms geht ihrem
Ende zu. Roma, von rückwärts gelesen, heißt Amor Liebe.
Jetzt kommt die Zeit der Liebe auf die Erde, wirf dein
Schwert fort und folge der Liebe.
Der Engel der Verkündigung: Maria, du wirst ein ganz beson-
deres Kind bekommen, du wirst sehr geduldig sein müssen.
Er kommt, um der Welt die Liebe zu bringen.
Flavio, 8 Jahre
Meine Büchlein
Sobald ich schreiben konnte, begann ich meine "Büchlein"
zusammenzustellen. Ich zeichnete und malte und verfaßte ganz
alleine den Text zu den Bildern. Wenn alles fertig war, zeigte ich
es meinen Angehörigen mit großem Vergnügen.
Auf den Seiten meiner Büchlein konnte ich die Themen
zusammenfassen, über die ich gerade gerne sprach; mit den
ersten Bildentwürfen hatte ich die Möglichkeit, meine Vorstel-
lungen klarer auszudrücken.
Ich betrachtete meine Büchlein als ein Spiel, denn es machte
mir Spaß, sie anzufertigen; aber ich denke, daß sich darin schon
meine "Berufung zum Schreiben" zeigte. Ich wußte bereits, was
meine Aufgabe auf der Erde ist, und begann sie auf diese Weise
zu erfüllen.
Flavio, 8 Jahre
Das geistige Feuer
Das geistige Feuer hat die Aufgabe, den Verstand zu nähren und
mit Ideen zu versorgen.
Das geistige Wasser hilft dem Verstand, die Ideen aufzuneh-
men und zu überdenken.
Der Verstand arbeitet wie ein Computer. Er untersucht die
Eingaben über den Menschen.
Das geistige Wasser ist auch dazu da, das geistige Feuer zu
löschen, falls es einen Brand gibt.
Flavio, 6 Jahre
Geistiges Feuer Geistiges Wasser
Verstand Verstand
Die Erde
(Zu 1) Die Sonne und die Erde
Die Sonne gibt der Erde Energie.
Die Sonne ist eine Kugel aus Energie.
Die Sonne ist eine Schule für die Menschen.
Die Erde ist sehr dicht.
Die Sonne ist stofflich und geistig.
(Zu 2) Was hat die Erde?
(Zu 3) 1. Erde, Bäume, Autos
2. Berge, Menschen
3. Meer, Häuser, Gebäude
4. Blumen, Autobahnen
Flavio, 6 Jahre
 

Das System des Körpers
Seite unten:
(Zu 1) Das System des Körpers besteht aus der Seele, dem
Körper und dem Ich. Die Seele hat keine Form.
(Zu 2) Das Ich besteht aus Verstand, Gefühl und Erinnerung;
einige haben noch einen "Übersetzer".
Der Übersetzer empfangt die Wellen der höheren Energie, die
vom Stern kommt, und überträgt sie in Gedanken und Worte.
(Zu 3) Die Seele ist ein Teil von Gott.
Durch das Ich merkt man, daß man lebt.
Der Körper ermöglicht das Leben auf der Erde.
Das Ich ist das, was Körper und Seele vereint.
Das Ich dient dazu, die Seele im Körper festzuhalten.
(Zu 4) Als Gott die Materie erschuf, machte er auch die Zeit. Die
Materie wäre ohne Zeit gelähmt. Die Zeit ist das bißchen
Energie, das die Materie bewegt. Außerhalb der Zeit gibt
es nichts Materielles.
Flavio, 6 Jahre

Die Erde und die Menschen
Ich komme aus dem Kern der Sonne, um meinen Auftrag zu
erfüllen.
Zuerst ging ich zu Saturn, der der Erde ähnlich ist. Dann
kam ich zur Erde, die ein sehr schwieriger Planet ist, weil er
sehr physisch ist; er hat viel Materie und wenig Spirituelles.
Die neuen Wesen besitzen ein größeres mentales Zentrum.
Die Kinder, die jetzt geboren werden, kommen aus einer fort-
schrittlicheren Schule als dem Mars, zum Beispiel aus der
Sonne. Diese neuen Wesen werden dabei helfen, daß die Erde
keine allzu jähe Umwandlung erfährt; gemeinsam werden wir
gute Schwingungen erzeugen.
Die Menschen haben viel Physisches und wenig Spirituelles.
Deshalb haben sie die Worte "Nichts" und "Tod" erfunden. Das
Wort "Nichts" existiert für sich allein nicht, weil niemals etwas
sterben kann, was von Gott ist.
Alle menschlichen Wesen haben einen Körper und eine Seele.
Wir sind alle Teilchen, die aus Gott hervorgegangen sind.
Flavio, 6 Jahre
Stern
(Höhere Energie)
Die Sonne
stellt Gott dar Wellen
Verstand Übersetzer
Aufschlüsselung
Das Ich
Flavio, 6 Jahre

Die Erde und die Menschen
Ich komme aus dem
Kern der Sonne, um
meinen Auftrag zu
erfüllen. Zuerst ging ich
zum Saturn, der der
Erde ähnlich ist.
Dann kam ich zur Erde,
die ein sehr schwieriger
Planet ist, weil er sehr
physisch ist; er hat viel
Materie und wenig
Spirituelles.
Sonne
gelb: Geist Seelen
(Flavios Seele)
rot: Leben (irdisches)
blau: Materie
grün: mentales Zentrum Saturn
Erde

Die neuen Wesen besitzen ein Die Menschen haben viel
Physisches und wenig Spirituelles
größeres mentales Zentrum. Deshalb haben sie die Worte
"Nichts" und "Tod" erfunden. Das
Wort "Nichts" existiert für sich
Kindermissionare allein nicht, weil niemals etwas
sterben kann, was von Gott ist.
Mentales Alle menschlichen Wesen haben
Zentrum einen Körper und eine Seele.
Die Kinder, die jetzt geboren
werden, kommen aus einer
fortschrittlicheren Schule als
dem Mars, zum Beispiel aus
der Sonne. Diese neuen Wesen
werden dabei helfen, daß die
Erde keine allzu jähe
Umwandlung erfährt;
gemeinsam werden wir gute
Schwingungen erzeugen.
Erde
M Geist Wir sind alle
a Teilchen, die
t aus Gott
e hervorgegangen
r sind
i
e
Flavio
+Materie
- Geist
Erde
Wandlung zum
Geistigen

Kap. I - Wie die Materie entstanden ist
Gott faßte seine Macht zusammen und formte sie in Zeit um;
dann verdichtete er die Zeit, hielt sie an und verwandelte sie in
Energie. Die Energie zog sich zusammen, explodierte und schuf
Materie und Antimaterie.
Macht
Zeit
Energie
Positiver Pol Negativer Pol
Materie Antimaterie
Dritter Pol

Kommentar:
Wenn ich das Wort Materie schreibe,
irre ich mich immer, und deshalb schreibe ich mit Großbuchstaben.
Ich glaube, die Materie ist für mich sehr wichtig, weil sie sehr
schwierig ist.
Die Energie hat drei Pole: Einen positiven, einen negativen und
einen Zwischenpol.
Auf dieser Grundlage können sich die Galaxien, die Sterne, die
Welten und verschiedene Arten des Lebens bilden.
Alles, was aus Gott ist, lebt:
Die Sterne, die Planeten sind lebendige Wesen.
Alles, was Gott erschaffen hat, hat eine Seele.
Es gibt keine höheren und keine niederen Seelen. Die Seele kann
man nicht messen, aber einige Wesen verwenden die Seele besser
als andere.
Kommentar:
Als ich klein war, sagte ich dir: "Wir alle sind Teilchen, die aus
Gott hervorgegangen sind." Jetzt kann ich es besser erklären,
weil ich mehr Worte habe.
Gespräch:
Mama: Wie kann es sein, daß alle Seelen gleichwertig sind? Man
kann doch zum Beispiel meine Seele, die Seele eines gewöhnli-
chen Menschen, nicht mit der Seele von Jesus vergleichen...
Flauio: Es gibt keinen Unterschied zwischen den Seelen. Man
kann die Seele nicht messen. Der einzige Unterschied ist der, daß
einige es verstehen, von ihren Seelen auch Gebrauch zu machen.
Kapitel II - Verschiedenes über menschliche Wesen
(zu nächster Seite)
Dieser Planet ist sehr eigenartig, weil er sehr dicht ist. Gott hat
ausprobiert, was geschieht, wenn er viel Materie nimmt. Viel
Energie und eine ausgeglichene Zeit. Und so wurde dieser Planet
erschaffen. Wir sind eine sehr seltsame Form, wir sind sehr
dicht, und die Seele hat es schwer, sich anzupassen.
Es gibt zwei Arten von Menschen: Männer und Frauen. Jeder
hat zwei Arten von Energie in sich: die weibliche und die männli-
che. Je nach dem Geschlecht haben sie mehr von der einen Sorte.
Außerdem haben sie einen Teil des Körpers für die Fortpflan-
zung. Auf anderen Planeten geht die Fortpflanzung anders vor
sich. Da es keine physischen Körper gibt, vermischen sich die
Energien zweier Wesen mit verschiedenen Polen und bilden so
ein neues Wesen.

Zyklus des Planeten
Erde
Dieser Zyklus
dunkel dichter wiederholt sich
Farbgebung immer
hell weniger dicht
Neue Periode der Zukunft
dichter als die jetzige.
Etwa im Jahre 2000
Punkt der
größten Dichte
Punkt der
geringsten
Dichte
etwa im Jahre
50.000
Kapitel III - Formen der Verständigung
Auf fast allen Planeten gibt es Gedankenübertragung, weil diese
Sterne weniger dicht sind. Man verständigt sich hier auf sehr
merkwürdige Weise: Man macht es mit Tönen, und an verschie-
denen Orten verwendet man verschiedene Töne, um dasselbe zu
sagen.
Dieser Planet wird jetzt abstrakter. Das Abstrakte liegt in
der Mitte zwischen dem Dichten und dem Spirituellen.
Wir vergeistigen uns mehr und mehr.
Flavio, 7 Jahre
Wie das Schema des Universums entstanden ist
Wir gehen an einem sonnigen Winternachmittag in der Innen-
stadt von Buenos Aires spazieren. Da sehen wir Reklame für
einen neuen Horrorfilm.
Papa: Was meint ihr? Sollen wir uns das ansehen?
Marcos: Nein, nein! Das ist ein schrecklicher Film. Ich habe
in der Zeitung gelesen, daß die Hauptdarstellerin nach Fer-
tigstellung des Films gestorben ist. Und diese Dinge sind
schließlich kein Zufall.
Mama: Und weshalb geschehen sie?
Flavio: Sie geschehen, weil die Menschen die Tür zur Astral-
welt öffnen.
Marcos: Ja genau! Und da kommen zerstörerische Kräfte her-
ein, sie sind wie Energiediebe. Die Leute haben große Angst
vor den physischen Dieben und keine Ahnung, daß es Diebe
gibt, die man nicht sieht.
Papa: Wie meinst du das?
Marcos: Es gibt nicht nur die Welt, die wir sehen, es gibt
noch andere, weniger materielle Dimensionen.
Mama: Warum erklärt ihr mir das nicht mal näher?
Marcos: Keine Chance! Es ist sehr schwierig, das zu erklären,
was man fühlt.
Flavio: Aber wir müssen es erklären! Das ist sehr wichtig!
Marcos: Na, dann erklär du es, ich helfe dir dabei.
Flavio: Wir leben auf einer bestimmten Ebene des Univer-
sums, am Fuß einer Art von Turm. In der dichtesten Zone.
Aber es gibt noch viele andere Ebenen, und alle sind mitein-
ander verbunden. Das Universum entstand, als Gott
beschloß, eine neue Erfahrung zu machen, die Evolution. Wir
alle haben ein kleines "Universum" in uns.
Marcos: Um es besser zu verstehen, muß man es zeichnen.
Flavio: Ja, wenn wir nach Hause kommen, werden wir es
zeichnen.
Marcos, 10 Jahre - Flavio, 7 Jahre


Ausserhalb des Plans
Wächter- Missionsseelen Wächter-
seelen    Quelle                 seelen
              Astralebene
            Teiler
      positiv    negativ

Dies ist nur ein Teil. Wenn ich alle Dimensionen zeigte, würde es
unverständlich werden.
Die physische Ebene ist eine Ebene ohne Grenzen, deshalb ist sie
nicht nur mit Körpern, sondern auch mit positiven und negativen
Astralseelen angefüllt. Die physische Ebene hat eine
Unterabteilung, und das ist die geistige Ebene. Die Menschen
sprechen nicht von der Quelle, sondern von der untersten
geistigen Ebene.
Positive Astralebene
Dies ist eigentlich keine Ebene, sondern ein positiver Teilaspekt.
Dort sind die Seelen, die auf der physischen Ebene helfen. Dort
gehen die Seelen durch, die zur Quelle wollen. Man kommt nicht
zur Quelle, ohne die positive Astralwelt zu durchqueren. Dort
wird das am wenigsten Konkrete des Physischen abgelegt.
Negative Astralebene
Das ist die Ebene, die die Menschen "Hölle" nennen.
(Selbstverständlich gibt es keine Hölle.) Zu dieser Ebene gehen
die Menschen hin, die nicht wissen, wo sie sich befinden, oder
diejenigen, die ihre Aufgabe nicht erfüllt haben, oder die
Selbstmörder.
Oberer Teil der Quelle
Das Hohe, das Unbekannte, das Große und das Kleine, die obere
Ebene Gottes, wo die Kraft der gereinigten Seelen wohnt, und
noch andere Dinge, die ich weiß, aber nicht erklären kann.
Außerhalb des Plans
Dort ist das, was du erkennen willst. Dort ist das Einfache und
das Schwierige, von dort komme ich. Dort ist die Hilfe und dort
sind die Probleme. Das Unbekannte, das Große und das Kleine,
alles, was die Menschen nicht wissen, das Erhabene und das
Niedrige. Die Kraft, die Schwäche, der Ausgang.
Der Turm des Universums
Wir können uns das Universum als einen Turm mit verschiede-
nen Ebenen vorstellen. Keine Ebene ist der anderen über- oder
unterlegen. Es gibt kein Oben und kein Unten, und in jedem Teil
ist das Ganze vertreten.
Wächterseelen
Das sind Wesen außerhalb der Evolution, deren Aufgabe es ist,
das System aufrechtzuerhalten. Manchmal können Wächtersee-
len in den Turm eintreten, um dort Hilfe zu leisten.
Physische Ebene
Die physische Ebene ist sehr dicht, alles ist vermischt, sie ist
nicht nur mit physischen Körpern, sondern auch mit positiven
und negativen Astralwesen angefüllt. Auf dieser Ebene üben gei-
stige Wesenheiten, die die Formen des Lebens organisieren, Ein-
fluß aus. Es können auch Wesen aus anderen Ebenen hier anwe-
send sein. Die Polarität ist äußerst stark, es gibt Raum und Zeit.
Astralebene
Das ist die Zone zwischen der physischen Ebene und der Quelle.
Es handelt sich um eine feinstoffliche Ebene, welche die Seelen
durchlaufen, um zur Quelle zurückzukehren. Nach dem Tode
sucht man immer diese Ebene auf. Wir können auch lebend mit
einer Art von Verstandeswellen dorthin gelangen, oder auch
während des Schlafes. Auf dieser Ebene gibt es Raum, aber
keine Zeit.
Die positive Seite der Astralebene:
Das ist die Zone, in der die Wünsche gereinigt werden. Im
Augenblick des Todes durchschreiten die Seelen eine Pforte, die
zur Quelle führt. Auf dieser Ebene gibt es Wesen, die nach dem
Tode behilflich sind. Vorsicht bei der Pforte! Astralwesen soll
man nicht rufen, sie stören die Ordnung.
Die negative Seite der Astralebene:
Diese Ebene ist das, was die Menschen "Hölle" nennen. (Selbst-
verständlich gibt es keine Hölle.) Zu dieser Ebene gehen die
Menschen, die nicht wissen, daß sie tot sind, aber auch diejeni-
gen, die ihre Aufgabe nicht erfüllt haben, zum Beispiel alle, die
sich umbringen. Diese Seelen bleiben an der physischen Ebene
hängen, sie sind verwirrt. Wenn sie ihren Irrtum einsehen und
ihre Fehler erkennen, wechseln sie auf die positive Seite der
Astralebene über und gehen zur Quelle zurück. Zwischen dem
Physischen und der negativen Astralebene gibt es keinen Durch-
lass, sondern nur eine Wand. Manche Drogen durchbrechen zum
Beispiel diese Wand und verletzen die Aura.
Die Quelle
Hier gibt es weder Zeit noch Raum. Auch keine Polaritäten. Dort
unterliegt die Energie einem Spiegeleffekt und spiegelt sich in
allen anderen Ebenen. Dort ist alles: Das Hohe und das Niedere,
das Bekannte und das Unbekannte, das Große und das Kleine.
Ich weiß noch mehr, aber ich kann es nicht erklären. Alle Wesen
müssen stets durch diese Quelle, wenn sie auf irgendeine Ebene
gelangen wollen.
Missionsebene
Eingang und Ausgang eines Evolutionssystems. Von dort kom-
men die Missionsseelen, die auf dieser Ebene hier und auch auf
anderen helfen wollen. Dort findet man das Einfache und das
Schwierige, des Bekannte und das Unbekannte, die Probleme
und die Hilfe. Es ist die Zone der mentalen Polaritäten, von der
ich komme.
Flavio, 8 Jahre

Der Turm des Universums
Der Weg der Seelen
Ebene der Missionsseelen
Quelle
grau: verwirrte
Seelen der
Astralebene
rot: Missionsseelen
Astralebene grün: reine Seelen
der Astralebene
positiv P negativ blau: Seelen der
f Quelle (bleiben
o immer auf ihrer
r Ebene)
t
e braun: verwirrtes
Pforte menschliches
Wesen, das sich
physische Ebene auf der
Astralebene
reinigt
rot: menschliches
Wesen, das
durch die
Astralebene
direkt zur
Quelle geht
blau: Missionsseele,
Krankenhaus die zur Erde
kommt
Flavio, 8 Jahre
Der Weg der Seelen
Alle Seelen gehen zur Quelle; sie bleiben entweder dort oder
gehen durch sie hindurch. Diejenigen, die von der physischen
Ebene aufsteigen, bleiben dort, die von den höheren Ebenen
kommen, durchqueren sie, es sei denn, sie hätten dort eine Auf-
gabe zu erledigen. Es gibt Seelen, die ausschließlich in der
Quelle arbeiten.
Wenn eine Seele beispielsweise von der Missionsebene
kommt, durchquert sie die Quelle, danach die positive Astralebe-
ne und verkörpert sich dann auf der physischen Ebene (violette
Linie). Die Astralebene ist eine Brücke zwischen der physischen
Ebene und der Quelle. Sie hat zwei Pole: einen positiven und
einen negativen. Im positiven Astralen gibt es eine Pforte, die es
vom Physischen trennt, und eine andere, die zum negativen
Astralen führt. Wenn jemand stirbt, geht er durch das positive
Astrale, entledigt sich dort seiner Wünsche und Verkettungen
und geht dann gleich zur Quelle (rote Linie). Wenn aber jemand
sehr am Physischen hängt, wählt er die Tür zum negativen
Astralen und muß sich dort drehen und wenden, bis er seine
konfusen Gefühle losgeworden ist. Dann geht er zur Quelle,
wobei er nochmals das positive Astrale durchquert (braune
Linie).
Wenn eine Seele inkarniert, lernt sie, den physischen Körper
zu gebrauchen und sich in einer sehr dichten Welt zu bewegen.
Da die physische Ebene keine Grenzen hat, tummeln sich hier
Wesen aus allen Ebenen: Wächterseelen, Seelen aus Ebenen, die
oberhalb der Missionsebenen liegen, Missionsseelen, Wesen aus
dem positiven wie negativen Astralen und auch verwirrte Seelen
von Verstorbenen.
Flavio, 8 Jahre
Das Schema des Universums
Die Ausweitung des Schemas
Als ich sieben Jahre alt war, zeichnete ich mit meinem Bruder
den Turm des Universums. Ich brachte Pfeile an, die nach oben
zeigen, um anzudeuten, daß die Linien weiterführen. Mit acht
Jahren lernte ich Vicky kennen, eine Amerikanerin. Wir verstan-
den uns auf Anhieb, es war genau so wie bei meiner brasiliani-
schen Freundin Aida. Ich erinnerte mich, daß Vicky auf einem
anderen Planeten, der feinstofflicher als die Erde ist, meine
"Wächterin"* war. Ich war in einer Welt, in der es keine Eltern
verschiedenen Geschlechtes gibt, ihr Kind gewesen! Dort ist es
so: Wenn sich ein Wesen auf eine andere Ebene begeben will
(Tod), stülpt es einen Teil von sich selbst nach außen, so wie die
Pflanzen es tun, wenn sie einen neuen Trieb ansetzen. Dieser
Teil wird mit der Energie des "Wächters" genährt, bis er soweit
ist, daß er sich ablösen und selbst von der Quelle Nahrung neh-
men kann. Dann findet die Teilung statt; das alte Wesen stirbt,
und das neue wird geboren. Aus dieser Erfahrung heraus hatte
ich gute Verbindung zu Vicky, ohne sie zu vermissen. Man ver-
mißt nur einen, den man braucht. Als wir zusammen waren,
machten wir eine Reise mit der mentalen Sonde, die uns sehr
weit führte, vom Physischen aus gesehen. Wir traten in Verbin-
dung mit rätselhaften abgetrennten Wesen, seltsamen Schwin-
gungen, die miteinander in Beziehung standen. Da es abstrakte
Formen waren, konnte ich sie als Farben und Töne wahrneh-
men. Um mich nachher besser erinnern zu können, fertigte ich
eine Zeichnung an. Ich wußte, daß diese Wesen noch vor den See-
len da sind, und ich erfand den Namen Ursprungswesen. Mein
Bruder half mir dann, sie noch genauer zu bestimmen, und wir
nennen sie nun das "Rohmaterial der Seelen".
*"Criadora" ist von Flavio erfunden; das Wort wäre vielleicht besser mit
"Mutterwesen" übersetzt! (Anmerkung der Übersetzerin)
 
 
 
 

Später fragte mich jemand, ob die Ursprungswesen in der
Quelle seien. Da sie sich indes auf einer anderen Ebene befinden,
mußte ich den Turm des Universums ausweiten, um Platz für sie
zu machen. Um das neue Schema zeichnen zu können, bat ich
meine Mutter um ein sehr, sehr langes Stück Papier, das man
außerdem um die eigene Achse drehen und an den Enden wieder
zusammenfügen konnte. Es müßte eigentlich wie ein Band sein,
das kein Innen und kein Außen hat, keinen Anfang und kein
Ende. Ich unterteilte diesen Papierstreifen in zwei Teile, die zwei
Seiten des Universums. Als ich noch klein war, sprach ich vom
Mutter- und vom Vaterteil des Universums. Jetzt habe ich ande-
re Namen dafür gefunden. Den manifestierten Teil des Univer-
sums nenne ich den Konkreten Teil. Für den anderen Teil suchte
ich lange nach einem passenden Begriff. Meine Mama meinte,
ich sollte ihn den Abstrakten Teil nennen, aber ich wollte nicht
das Gegenteil von Konkret verwenden, da es sich nicht um einen
Gegensatz handelt, sondern um eine Ergänzung. Außerdem
gehört das Wort Abstrakt in den Bereich des Astralen. Das Pro-
blem besteht darin, daß die Menschen in einer derart polarisier-
ten Welt leben, daß sich all ihre Gedanken zu Gegensatzpaaren
ordnen. Es fiel mir ein, die Ebene einfach den Nicht-konkreten
Teil zu nennen, da es die andere Seite des Konkreten ist.
Das Schema des Universums
Man kann sich das Universum wie eine Kugel vorstellen, die
weder Anfang noch Ende hat. In der Mitte ist der Kern, der
Ursprung, die sich ausdehnende Kraft, die das Leben ausstrahlt.
Das Schema zeigt nur eine Dimension, doch es gibt unendlich
viele Dimensionen auf allen Ebenen.
Das Universum manifestiert sich auf zwei Ebenen: Auf der
Konkreten und der Nicht-konkreten Ebene. Auf diesen Ebenen
sind es die Wächterseelen, die das System aufrechterhalten.
Die Nicht-konkrete Ebene
ist der männliche Aspekt, der "Vater"; der andere Pol dieses Uni-
versums. Dort gibt es keine Formen, nicht einmal Formen wie
die Seelen oder die Ursprungswesen.
Der Schöpfer des Universums
ist der Göttliche Geist, der das ganze Universum erschafft. Man
sollte hier nicht das Wort Verstand verwenden, da der Geist viel
zu feinstofflich ist, um mit dem menschlichen Verstand vergli-
chen zu werden. Es ist das Göttliche, das, was das Universum
hervorbringt.
Der Organisator des Nicht-konkreten Teils
ruft die Nicht-konkrete Ebene ins Leben.
Der Organisator des Konkreten Teils
ist das Prinzip, das die Kräfte regelt, die dieser Ebene entsprechen.
Die Konkrete Ebene
ist der weibliche Teil, die "Mutter", der manifestierte Aspekt des
Universums. Diese Ebene kann man ordnen, gliedern und durch
Bild und Wort bestimmen.
Die Obere Ebene
Die Ursprungswesen
sind das Rohmaterial der Seelen. Hier liegt die Grenze des
Nicht-Konkreten, wo es nur Vibrationen ohne Formen gibt. Es
ist die Zone, in der sowohl die feinstofflichen Wesen der Nicht-
konkreten Ebene als auch die dichteren Wesen der Konkreten
Ebene gestaltet werden.
Der Organisator der Unteren Ebene
Das Gehirn ist in dieser Zone des Universums das Wesen, das
die Ideen hat, um die Untere Ebene zu organisieren; ihm unter-
stehen auch die Wächterseelen der konkreten Ebene.
Der Logos
Der Logos führt die Befehle aus, die vom Organisator der Unte-
ren Ebene erteilt werden, und hält die Kräfte im Gleichgewicht.
Er ist der Regisseur des göttlichen Geistes.
Auf dieser Ebene gibt es Gruppen von Seelen, die miteinander
verbunden sind, aber verschiedene Polaritäten haben, ich nenne
sie "Almins". Die miteinander in Beziehung stehenden Almin-
Gruppen bilden eine größere Einheit, die ich "Alman" nenne.
Die Seelen lösen sich von ihrem Almin, wenn sie in den Pro-
zeß der Verdichtung eintreten.
Die Missionsebene
Die Missionsseelen haben die Aufgabe, auf die verschiedenen
Ebenen des Universums einzuwirken, sie bereiten den Wechsel
in andere Ebenen vor.
Die Untere Ebene
(von unserem Standpunkt aus gesehen)
Die Quelle
ist die Zone, in welcher der Kern seine größte Energie ausstrahlt.
Sie ist die geistige Ebene des unteren Teils des Universums. Die
meisten Religionen nennen die Quelle Gott.
Die Astralebene
ist in zwei Zonen unterteilt, in das Mentale und das Emotionale;
gleichzeitig hat jede dieser Ebenen einen positiven und einen
negativen Teil.
Mentale Zone
Im mentalen Bereich entäußert sich die Seele der Ideen und Gedan-
ken, die positiven mentalen Formen lösen sich ab, um in die Quelle
zu gehen. In der mentalen Zone herrscht keine Wahlfreiheit mehr,
weil es keine Wünsche und keine Bedürfnisse mehr gibt. Man fühlt,
man weiß, daß man ist.
Emotionale Zone
In dieser Zone trennt sich die Seele von der physischen Ebene; die
Gefühle sowie die Bindungen an inkarnierte Wesen lösen sich auf,
Positives sowie Negatives wird gelöscht. Bis zur emotionalen Zone
gibt es persönliche Wünsche, die aus dem Ich und den Bedürfnissen
der physischen Ebene kommen. Daher gibt es die Möglichkeit der
Wahl.
Die physische Ebene
ist die dichteste Region; hier ist alles vermischt, alles vielschichtig,
es gibt keine Grenzen. Diese Ebene ist eingefügt in Zeit und Raum.
Auf dieser Ebene entwickeln die menschlichen Wesen ihren Zyklus
von Geburt und Tod. Es gibt gleichzeitig auch Wesen aus dem posi-
tiven und negativen Astralen sowie die Wesen, die die Formen des
physischen Lebens organisieren.
Von unserem Standpunkt aus gesehen, ist dies die untere
Ebene, die Basis des Turms des Universums. Aber es ist gleichzeitig
die höchste Ebene, wenn man die Dichte und die Härte der Materie
in Betracht zieht. Das heißt: Von der Nicht-konkreten Ebene aus ist
sie der Punkt der höchsten Konzentration des Göttlichen.
Flavio, 9 Jahre
Die vier Elemente
Auf dieser Zeichnung stelle ich die vier Elemente dar:
Luft, Wasser, Erde und Feuer.
Es war ein Augenblick der Ausgeglichenheit in meinem
Leben: Ich war voller Energie.
Ich kam zur Erde mit einem Körper, der so feinstofflich wie
nur möglich ist, um meinen Auftrag ausführen zu können, um zu
informieren und den Wandel vorzubereiten.
Ich bin dabei zu lernen, mich dichter zu machen und mich
mit den Kräften der Natur zu nähren.
Flavio, 9 Jahre
Gespräche mit Ama und Felicitas
Felicitas: Kannst du mir sagen, wie du die Menschen gesehen
hast, ehe du zur Erde kamst?
Flavio: Ich beobachtete diese dichte Welt, um mich auf meine
Ankunft vorzubereiten. Zum Beispiel sah ich einer verkörper-
ten Seele zu, um von ihr zu lernen.
Felicitas: Und kannst du jetzt, wo du hier bist, diese Seele
wiedererkennen? Weißt du, wer es war?
Flavio: Es sind verschiedene. Vielleicht habe ich eine Seele
gesehen, die in zweitausend Jahren leben wird oder in zwei
Jahren oder schon vor tausend Jahren gelebt hat oder vor
vier Jahren oder was weiß ich. Außerhalb des Universums
gibt es keine Zeit.
Felicitas: Ist das bei allen so oder nur bei dir?
Flavio: Bei allen, die von der feinstofflichen Ebene kommen.
Die von physischen Ebenen tun dasselbe, aber sie sehen den
feinstofflichen Seelen zu, um von ihnen zu lernen.
Ama: Man kann nicht auf der physischen Ebene leben und
nur im Physischen sein. Wir sind alle im Feinstofflichen, je
nach unseren Möglichkeiten.
Flavio: Wir haben ein Universum in uns, aber wir steigen von
Stufe zu Stufe. Die vom Physischen ausgehen, gehen ins
Feinstoffliche, und die vom Feinstofflichen kommen, gehen
ins Physische.
Ama: Da die Menschen immer weniger physisch und mehr
feinstofflich sind.
Flavio: Nicht immer. Nicht wir alle. Es gibt viele Wesen, die
im Feinstofflichen zum Höchsten gelangt sind... Also ist das
hier sozusagen das Ziel und der Anfang der Heimkehr zum
Kern. Der Anfang ist das Ende.
Felicitas: Stimmt es, daß man weiter vom Ganzen entfernt
ist, je dichter man ist?
Flavio: Nein.
Felicitas: Sagst du nicht irgendwo in deinem Buch, daß du
hier Heimweh nach Gott hast?
Flavio: Nein, ich vermisse den Kern. Die feinstoffliche Ebene,
das ist etwas anderes. Ich war erst vor kurzem im Kern und
war ein Teil des Kerns, und es ist lange her, daß ich inkar-
niert war. Und jetzt habe ich auf der physischen Ebene ange-
fangen. Ich will sagen, ich komme vom Feinstofflichen zurück
zum Physischen, und da das hier schwierig für mich ist, ver-
misse ich das andere...
Ama: Sogar die sehr physichen Menschen haben das Gefühl,
daß es etwas Wunderbares gibt. Sie sind es noch nicht, aber
sie wissen, daß es existiert.
Flavio: Klar.
Ama: Weil der Mensch das weiß, nicht wahr? Es ist die Sehn-
sucht. Manche sind aus verschiedenen Gründen sehr weit
davon entfernt, aber irgendwann erinnern sie sich.
Flavio: Ja.
Ama: Eines erkenne ich immer klarer: Das, was uns minder-
wertig vorkommt, ist es überhaupt nicht. Es ist wichtig, es ist
die schwierigste Ebene.
Felicitas: Sehr, sehr dicht.
Flavio: Ja, sehr dicht.
Ama: Es ist sehr schwierig, Gott vom Physischen her auszu-
drücken.
Flavio: Es ist eine der schwierigsten Ebenen. Deshalb bin ich
gekommen, um zu zeigen, wie die feinstofflicheren Ebenen
sind.
Felicitas: Du willst aber nicht als Meister betrachtet werden.
Flavio: Ich will lehren im Sinne von zeigen, als sagte ich: Ich
will dich lehren, wie meine Hand beschaffen ist, und dann
zeige ich sie dir einfach.
Ama: Das tun wir alle hier; jeder zeigt das, was einzigartig
an ihm ist.
Flavio: Deshalb habe ich das Wort lehren nicht gern; es stif-
tet Verwirrung, weil es zwei Seiten hat. Ich lehre, indem ich
das bin, was ich bin, und sage: So ist es.
Ama: Ja, mit der Liebe ist es auch so, man kann sie nicht leh-
ren; man muß lieben können.
Flavio, 10 Jahre
Gespräch mit Ama:
Ama: Warum ist die Sonne so wichtig?
Flavio: Weil sie der Vertreter Gottes ist, sie repräsentiert den Kern.
Ama: Das Wort Gott magst du nicht?
Flavio: Es ist ein Wort, das die Religionen verwenden...
Ama: Du meinst, es ist etwas abgenützt?
Flavio: Ja, genau!
Ama: Wie stellt der Mensch die Verbindung zum Kern her?
Flavio: Das Chakra des Sonnengeflechts ist die Quelle, und
das Kronenchakra ist der Kern.
Ama: Könnte man sagen, daß zwischen den Menschen und
der Quelle eine Energiekette existiert, die aus den höheren
Chakren besteht?
Flavio: Nicht genau, aber ungefähr ist es so.
Ama: Hat jeder Mensch einen Faden zur Quelle?
Flavio: Eigentlich sind es zwei oder drei Fäden, einen für den
Körper und einen für die Seele. Durch den Tod zerreißt der
Faden des Körpers, aber der Faden der Seele ist wie ein
Gummiband und reißt nicht, sondern schnellt zurück.
Ama: Erklär mir das bitte mit dem Kern.
Flavio: Der nukleare Kern ist weit weg, und es gibt Spiegel in
Zickzack-Anordnung, die uns einen Reflex zukommen lassen.
Der Kern ist überall. Die zentrale Sonne ist der nuklerare
zentrale Kern, der nukleare Kern der Seele... Dem Kern
kannst du Hunderte von Namen geben, Tausende; alles
hängt davon ab, was dieser Name für dich bedeutet.
Ama: Was ist denn Gutes dran an der physischen Ebene?
Flavio: Vieles! Es ist der am weitesten entfernte Ort. Dann
beginnt man die Heimkehr zum nuklearen Kern, zur göttli-
chen Liebe. Der Rückweg geht schneller als der Hinweg, weil
du den Weg schon kennst.
Ama: Ist es so etwas ähnliches? (sie streckt den Arm aus und öffnet
die Hand, dann schließt sie sie wieder und zeiht den Arm zurück)
Flavio: Ja, so ist es, aber in Form einer Spirale.
Ama: Welches ist der Unterschied zwischen der Seele eines
Planeten und der Seele eines Menschen?
Flavio: Es gibt keinen Unterschied.
Flavio, 9 Jahre
Deutungen
Der Zustand der Dinge
Offener Zustand
Das, was kein Ich hat, die Verbindung ist direkt, es gibt keine
Trennung.
Wenn etwas offen ist, ist für das Geistige Platz. Alles kann
eintreten, das Böse und das Gute.
Häuser sind beispielsweise offen, weil sie die Energien der
Menschen aufnehmen, die in ihnen leben. Die verwirrten Seelen,
die Wesen, die nicht wissen, daß sie gestorben sind, sind offen,
und alles geht durch sie hindurch. Sie haben kein Ich, das sie
beschützt.
Andere Beispiele: Höhlen, Lagerhallen, Büros usw. Die per-
sönlichen Dinge, die man oft benutzt, werden offen, weil sie
unsere Energie aufnehmen.
Neutraler Zustand
Das, was ein Ich hat. Das, was für eine Verbindung mit anderen
Wesen oder Dingen offen oder geschlossen sein kann. Da sind in
erster Linie die Menschen. Einige sind durch ihre Persönlichkeit
offener als andere, und alles geht ihnen nahe. Andere, die einen
weniger anpassungsfähigen Charakter haben, gehen weniger Ver-
bindungen ein. Haustiere sind ziemlich offen, wilde Tiere hingegen
mehr geschlossen, weil sie mit allem in größerer Eintracht sind.
Geschlossener Zustand
Das sind die Dinge, die dem Geistigen keinen Platz einräumen.
Die neutralen Wesen können, wenn sie auf ein geschlossenes
Objekt treffen, ihm ihre Energie übertragen, sie können ihnen
einen geistigen Raum schaffen. Das heißt, daß sich etwas öffnen
kann, das zu einem gewissen Zeitpunkt geschlossen ist.
Flavio, 9 Jahre
Der Zustand der Dinge
Geist
Offener Zustand
Neutraler Zustand
Geist
Geschlossener Zustand
Geist
Ohne Verbindung
Verbindung
Verbindung nach Wunsch
Der Reigen der Seelen
Alles, was ist, führt eine Art von Reigen auf, kommt und geht,
geht und kommt, entwickelt das Spiel der Existenz. Die erste
Bewegung ist die Ausstrahlung und Ausdehnung. Im Kern ist
der Ursprung, das Rohmaterial der Seelen. Wenn man sich vom
Kern löst, wird man als Seele geboren.
In der nuklearen Zone bereiten sich die Seelen auf ihren
Übergang in die Polarität vor.
Im systematischen Gürtel wird das Dichte und das Fein-
stoffliche in verschiedenen Graden eingeübt. Unser Universum
befindet sich in dieser Zone. Die Erde ist einer der dichtesten
Planeten, die es gibt; auf ihr kann man ein Höchstmaß an Pola-
ritäten erleben, es gibt viele verschiedene Gegensätze und viele
Möglichkeiten der Wahl.
In unserer Welt, in unserer Dimension wird das Leben ver-
vielfältigt, in kleinste Teilchen aufgebrochen. Wir existieren
innerhalb der Grenzen von Raum und Zeit; wenn unsere Seelen
unter diesen Umständen inkarniert sind, vergessen sie manch-
mal alles, was mit ihrem Ursprung zu tun hat. In dieser Zone
spielt sich das Spiel der Schöpfung ab, die Bewegung und
Erneuerung der Formen der Seele.
Nach Entfaltung verschiedener Arten der Dichte und des
Feinstofflichen geht die Seele in die systematische Zone und
erlebt die Kehrseite der Energie, den männlichen Aspekt. Sie
geht bis zur Grenze von dem, was ist, und beginnt wieder die
Bewegung des Zusammenziehens, die Rückkehr zur Essenz.
Dieses System funktioniert, weil alle Seelen daran glauben.
Es ist ein Aspekt der Tätigkeit der Seele, diesen Glauben auf-
rechtzuerhalten. Die Seele wird verändert, während sie die ver-
schiedenen Zonen durchläuft, aber sie behält immer ihr Wesen,
ein Teil Gottes zu sein.
Flavio, 9 Jahre
Der Reigen der Seelen
Die Seele zieht aus.
Die Seele kehrt zurück.
Nuklearer Kern: Ursprung, strahlt aus
Kern: Rohmaterial für die Seelen
Nukleare Zone: Geburt der Seelen
Systematischer Gürtel: Man übt das Dichte und
das Feinstoffliche
Systematische Zone: Zieht zusammen und hält
das System aufrecht
Unsere Galaxiengruppe

Die Energie der Planeten

Alles stellt das Universum dar.
Ich spreche jetzt von der Energie der Planeten, nicht von
ihrem physischen Aspekt. Die physische Ebene ist eine sehr
dichte Zone, die aber weder höher noch niedriger als andere Ebe-
nen ist.
Auf der Ebene 4-4 treffen sich die beiden Entwicklungsrich-
tungen auf derselben Höhe.
Zwischen den Ebenen 3-5 bis 1-7 befinden sich die physi-
schen Zonen und zwischen den Ebenen 5-3 bis 7-1 die feinstoff-
lichen.
Dazwischen liegen die neutralen Ebenen.
Der Planet Erde ist vom Mars beeinflußt, von Pluto, Venus
und den Planeten I und III, (die nicht manifestiert und darum
namenlos sind); diese Planeten machen unseren Wandel schwie-
rig, weil sie selbst im Aufstieg begriffen sind und sich mit ihrem
positiven Einfluß entfernen.
Nur das Trio Uranus, Merkur und Jupiter hilf uns, da es uns
näherkommt und mit seiner Energie beim Prozeß der Verfeine-
rung der Erde mithilft.
Die Energie von Neptun ist außerhalb der Entwicklung. Die-
ser Planet befindet sich auf keiner Ebene des Universums, hat
aber Einfluß auf sie alle.
Ich komme mit der liebevollen Energie von Venus und sage dir:
Überlasse dich dem Fluß des Lebens.
Flavio, 10 Jahre
Die Seele und ihre Manifestationen
Die Seele hat viele Möglichkeiten, sich in verschiedenen Dimen-
sionen zu manifestieren. Aber sie offenbart sich nie zweimal auf
derselben Ebene. Ich zum Beispiel manifestiere mich auf der
Erde, wo ich erklären muß, wie es auf einem so dichten Planeten
zugeht, aber auch in anderen feinstofflicheren Bereichen. Ande-
rerseits muß ich hier erklären, daß das Feinstoffliche tatsächlich
existiert. Deshalb bin ich ein "Botschafter" der Missionsebene.
Die Missionswesen haben auf die Verschiebung von Ebenen,
wie wir es jetzt gerade auf der Erde erleben, Einfluß. Einige von
uns arbeiten verkörpert auf der physischen Ebene, andere helfen
auf weniger materielle Weise. Die letzteren werden von einigen
Außerirdische genannt; sie sind in Wirklichkeit nicht höher oder
niedriger stehend als wir, sondern nur anders.
Für diejenigen, die zur feinstofflichen Ebene gehören, befin-
den wir uns hier in einem sehr schwierigen Bereich, eben weil
sie an das Feinstoffliche gewöhnt sind. Sie empfinden es als so
schwierig, weil sie daran gewöhnt sind, auf nicht-physischen
Ebenen zu sein. Weil es uns dagegen schwerfällt, zu dieser ande-
ren Ebene Zugang zu finden, halten wir sie für eine höhere
Ebene, aber sie ist nur anders.
Flavio, 9 Jahre
alma = Seele
esencia = Essenz, Wesen
conciencia superior = höheres Bewusstsein
manifestaciones = Manifestationen
- - - - - - - - - -offener
_ . _ . _ . _ . _neutraler
___________geschlossener
Zustand
Wir können die physische Ebene, auf der sich die Erde befindet,
mit einem Flughafen vergleichen, einem Ausgangs- und Ankunfts-
ort für viele Wesen, die sich entwickeln wollen. Den Wesen, die
vom Materiellen ausgehen, dient er zum Einstieg ins Feinstoffli-
che; die Wesen, die aus dem Feinstofflichen kommen, wählen ihn
als Ziel, wo sie sich an das Dichte anpassen können, um diesem
Planeten bei seiner geistigen Entwicklung behilflich zu sein.
In der Zeichnung, die ich mit acht Jahren anfertigte, sieht
man zwei Zwillingsseelen. Diese Seelen sind von der Essenz her
eng miteinander verbunden. Auf dieser Ebene gibt es keine Tei-
lung in die sich einander ergänzenden Teilaspekte der Seele
(positiv negativ, weiblich - männlich, weiß - schwarz, Licht -
Schatten, kurz alle Gegensätze, die man sich nur denken kann).
Das höhere Bewußtsein nimmt indirekt mit seinem Doppel-
gänger Fühlung auf, das heißt, die Verbindung ist nicht vollkom-
men, man kann die Bedeutung nicht erkennen.
Die Seele hat verschiedene Seinsweisen auf verschiedenen
Ebenen. Die meisten Manifestationen sind nicht untereinander
verbunden, obwohl sich in manchen Fällen doch eine gewisse
Verbindung ergibt (neutral).
Die Manifestationen sehnen sich nach ihrer Zwillingsseele.
Flavio, 10 Jahre
Zeit Raum
Die Schlange mit den zwei Köpfen
Diese Zeichnung machte ich mit fünf Jahren.
Die Schlange stellt das Unendliche dar. Ihre beiden Köpfe
bedeuten, daß es keinen Anfang und kein Ende gibt. Die menschli-
chen Wesen leben im manifestierten Teil des Universums, in
einem der Ringe (Dimensionen) der Schlange mit den zwei Köpfen.
Flavio, 8 Jahre

Zeit Raum
Mit der zweiköpfigen Schlange ist die Gesamtheit des Univer-
sums darzustellen. Als liegende Acht symbolisiert sie exakt das
Unendliche.
In einem ihrer Ringe manifestiert sich die irdische Dimen-
sion; dort läge dann auch der Ort unserer Galaxis.
Die Form einer Sanduhr oder zwei Dreiecke, die mit der
Spitze aufeinanderstellen, böten eine weitere Möglichkeit, das
Ganze, das heißt alles was ist, darzustellen.
Der obere Teil des Dreiecks entspricht dem Nicht-konkreten
Teil, der Zukunft (null).
Der untere Teil des Dreiecks entspricht dem Konkreten Teil, der
Vergangenheit, also dem, was sich bereits manifestiert hat (eins).
Wenn wir die Zukunft mit 0 bezeichnen, ist die Vergangen-
heit 1. Stellen wir uns die Zeit als Sanduhr vor, dann fällt das
Körnchen Sand, das oben ist (Zukunft, Nicht-Manifestiertes), in
die Vergangenheit. Der Augenblick des Durchgangs ist die
Gegenwart.
Alles was ist, geschieht im Augenblick des Durchgangs die-
ses Sandkörnchens.
Auf der Basis dieses Schemas fiel mir ein, das Ganze mathe-
matisch auszudrücken, und zwar wie folgt:
Formel für die Zeit: t0 Schnittpunkt t1 (t0 . t1).
Formel für den Raum: t1 Union t0 eingeschlossen in t0
Union t1 bis Unendlich (t1 U t0 C t0 U t1 oo).
Flavio, 10 Jahre

Formula del Tiempo: t0 . t1
Formula del Espacio: t1 U t0 . t0 U t1 oo
Wir sind alle Teilchen,
die von Gott kommen.
Flavio